OpenAI schließt Kreisgeschäft mit Privatkapitalfonds ab
OpenAI hat eine neue, enge Verbindung zu einem privaten Beteiligungsfonds geschlossen, indem es eine Anteilsbeteiligung an Thrive Holdings, einem Tochterunternehmen von Thrive Capital, übernahm – ohne dafür Geld auszugeben. Stattdessen vereinbarte das Unternehmen, dass es Thrive Holdings’ Unternehmen Zugang zu Mitarbeitern, KI-Modellen, Produkten und Dienstleistungen gewährt. Laut einer anonymen Quelle aus dem Financial Times könnte OpenAI zudem zukünftige Erträge aus Thrive Holdings’ Investitionen erhalten. Die Partnerschaft konzentriert sich auf IT-Service- und Buchhaltungsunternehmen, die zu den Schwerpunkten von Thrive Holdings gehören. In diesen Bereichen, die durch hohe Volumina, strenge Regeln und komplexe Arbeitsabläufe geprägt sind, sieht OpenAI ein großes Potenzial, KI zur Steigerung von Geschwindigkeit, Genauigkeit und Kosteneffizienz einzusetzen. Ziel ist es, die Servicequalität zu stärken und Prozesse zu automatisieren. Joshua Kushner, CEO von Thrive Holdings und Capital, betont, dass KI sich von früheren technologischen Wandelereignissen unterscheide, die meist von außen nach innen wirkten. Stattdessen gehe dieser Wandel „von innen nach außen“, da Fachexperten KI als native Werkzeug in ihre tägliche Arbeit integrieren. Kushner, der jüngerer Bruder von Jared Kushner – dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump – ist, positioniert die Kooperation als Teil einer breiteren Strategie, Branchen mit KI zu transformieren. Trump selbst ist ein starker Befürworter der KI-Entwicklung, und auch hochrangige Vertraute aus seiner Regierungszeit, wie David Sacks, profitieren potenziell von der wachsenden Bedeutung der Technologie. Ein zentrales Element des Deals ist der Zugang OpenAIs zu Daten aus den Unternehmen in Thrive Holdings’ Portfolio, die für die Weiterentwicklung der KI-Modelle genutzt werden können. Dies bietet OpenAI zwei Vorteile: Einerseits die Möglichkeit, seine KI-Systeme in realen Unternehmensumgebungen zu etablieren, andererseits einen reichhaltigen Datenschatz für das Training. Laut einer Quelle nahe an Thrive Capital soll OpenAI künftig als „Forschungsarm“ des Beteiligungsfonds agieren. OpenAI-COO Brad Lightcap deutet an, dass dies der Beginn einer neuen Welle ähnlicher Vereinbarungen mit privaten Beteiligungsgesellschaften sein könnte. Industrieanalysten sehen in dem Deal ein weiteres Beispiel für die enge Vernetzung der KI-Industrie mit den Finanzmärkten. Die wiederholte Rückvergütung von Kapital und Ressourcen innerhalb einer engen Gruppe von Akteuren – darunter OpenAI, Thrive Capital und deren Netzwerke – wirft Fragen nach Transparenz und Wettbewerbsneutralität auf. Gleichzeitig unterstreicht der Deal die strategische Bedeutung von KI für die Transformation traditioneller Branchen. Thrive Capital, gegründet 2010, hat bereits in zahlreiche Tech-Unternehmen investiert, darunter Stripe und Discord. OpenAI hingegen ist durch seine Partnerschaften mit Microsoft und seine eigene KI-Entwicklung weltweit führend. Die Kooperation könnte ein Modell für zukünftige Allianzen zwischen KI-Startups und privaten Investoren werden, die sich auf die Integration von KI in bestehende Geschäftsmodelle konzentrieren.
