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Oracle-AI-Pläne belasten Aktien wegen Schuldenbedenken

Zwei Monate nach einem historischen Kursanstieg von 36 % – dem stärksten Tag seit 1992 – hat Oracle seinen Wert um ein Drittel verloren und steht vor seinem schlechtesten Monat seit 2011. Der Rückgang folgt auf die Enttäuschung über die Realisierbarkeit der ambitionierten Cloud- und KI-Pläne, die im Oktober bei der jährlichen AI World-Konferenz vorgestellt wurden. Damals hatte Oracle mit einer Prognose für 166 Milliarden US-Dollar Umsatz im Cloud-Infrastrukturgeschäft bis 2030 und über 450 Milliarden Dollar an bereits unterzeichneten Verträgen die Investoren begeistert. Die Begeisterung wurde jedoch schnell von Skepsis abgelöst, da Analysten und Anleger die Finanzierungsstrategie und die Abhängigkeit von OpenAI in Frage stellten. Oracle plant, 38 Milliarden US-Dollar an Schuldverschreibungen zu emittieren, um die hohen Kapitalausgaben für den Ausbau von Rechenzentren in Texas, New Mexico und Wisconsin sowie den massiven Kauf von GPUs von Nvidia und AMD zu finanzieren. Analysten wie Jackson Ader von KeyBanc Capital Markets warnen, dass Oracle im Vergleich zu anderen Cloud-Anbietern im GPU-Geschäft am wenigsten freies Cashflow generieren wird, was die Finanzierungslast weiter erhöht. Andrew Keches von Barclays hat die Kreditwürdigkeit von Oracle herabgestuft und betont, dass die Kreditentwicklung sich nicht verbessern werde. Die Angst vor einer Verschuldungskrise spiegelt sich auch in den Credit Default Swaps wider, die auf einem zweijährigen Hoch liegen – ein Zeichen für steigende Risikowahrnehmung. Barclays empfiehlt daher, diese Swaps als Absicherung zu kaufen. Trotz der Kritik verweisen Befürworter des Unternehmens auf die Vision und Erfahrung von Gründungspatriarch Larry Ellison, der als unerschütterlich gelten soll. Analysten wie Rishi Jaluria von RBC Capital Markets glauben, dass Oracle mit weiteren KI-Partnerschaften wieder an Dynamik gewinnen könnte, halten das Papier aber weiterhin mit „Hold“. Gegensätzliche Ansichten äußert Gil Luria von D.A. Davidson, der Oracle als „schlechtes Verhalten“ im KI-Ausbau bezeichnet. Im Gegensatz zu Microsoft, Amazon und Google, die über ausreichende Cash-Reserven und stabile Kundennachfrage verfügen, sei Oracle zu stark auf OpenAI, ein cashburnendes Startup, angewiesen. Zudem belasten niedrigere Margen beim GPU-Leasing – im Vergleich zu den rund 80 % im Kerngeschäft – die Rentabilität. Luria sieht die 100-Dollar-Steigerung nach dem letzten Quartal als realitätsfern und erwartet, dass der Hype verflogen ist. Insgesamt spiegelt die Entwicklung die wachsende Vorsicht in der Branche wider: Die Euphorie um KI-Expansionspläne, die vor Kurzem noch anhielt, weicht einer kritischeren Bewertung der Finanzierbarkeit und der langfristigen Nachhaltigkeit. Oracle steht an einem Scheideweg – zwischen Vision und Realität, zwischen KI-Hype und wirtschaftlicher Prüfung.

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