KI-basierte Hautirritationsprüfung ohne Tierversuche – 19.000 Kaninchen erspart
Osmo und das Institute for In Vitro Sciences (IIVS) haben eine wegweisende Studie veröffentlicht, die erstmals zeigt, wie künstliche Intelligenz (KI) zur präzisen Bewertung der Hautreizung von Chemikalien ohne Tierversuche eingesetzt werden kann. Die Forschung, erschienen in Alternatives to Laboratory Animals, nutzte validierte, tierfreie Testmethoden – insbesondere rekonstruierte menschliche Hautmodelle –, um die Reizwirkung von über 3.000 Chemikalien zu analysieren. Diese Datenmenge hätte traditionell bis zu 19.134 Kaninchen erfordert, was die Studie zu einem Meilenstein in der ethischen und wissenschaftlichen Sicherheitsbewertung macht. Wichtig: Der KI-Algorithmus wurde nicht mit Tierversuchsdaten, sondern ausschließlich mit menschenrelevanten, tierfreien Laborergebnissen trainiert – ein bisher einzigartiger Ansatz. Das Projekt wurde im Rahmen eines von der Gates Foundation geförderten Forschungsprogramms durchgeführt, das darauf abzielte, Verbindungen zu identifizieren, die Insekten, die Krankheiten übertragen, abwehren, anlocken oder töten. Die dabei eingesetzte Hautmodell-Technologie, die von IIVS validiert wurde, diente als Grundlage, um Osmos proprietäre KI-Plattform „Olfactory Intelligence“ zu kalibrieren. Diese spezialisierte KI verarbeitet olfaktorische und chemische Daten, um die Hautirritationswahrscheinlichkeit von Molekülen vorherzusagen. Die Forscher konnten die gesamte Datenerhebung in nur zehn Monaten abschließen – ein erheblicher Zeitvorteil gegenüber herkömmlichen Verfahren. „Dies ist ein Meilenstein für Industrien, die traditionell auf Tierversuche angewiesen waren“, betont Alex Wiltschko, CEO von Osmo. „Mit KI können wir die Sicherheit von Chemikalien schneller, genauer und menschenrelevanter bewerten – ohne Tiere. Dies ist nicht nur ethisch, sondern auch wissenschaftlich überlegen.“ Dr. Huang (Grace) Huang von IIVS ergänzt: „Diese Zusammenarbeit zeigt, wie moderne Laborverfahren und KI zusammenwirken können, um die Sicherheitsbewertung zu revolutionieren. Wir schaffen eine menschenbasierte Datenbasis, die die Abhängigkeit von Tierversuchen reduziert und gleichzeitig die Qualität der Risikobewertung erhöht.“ Das entwickelte KI-Tool hat großes Potenzial für die Beschleunigung der Entwicklung sicherer Chemikalien in Bereichen wie Kosmetik, Pharmazie, Chemie und öffentliche Sicherheit. Es ermöglicht die Analyse großer Molekülbibliotheken in kurzer Zeit, was die Innovation beschleunigt und Kosten senkt. Bewertung durch Experten: Branchenexperten sehen in der Studie einen Wendepunkt für die toxikologische Forschung. „Die Kombination von menschenbasierten Testmethoden mit KI ist der Zukunft der Sicherheitsbewertung“, sagt ein Toxikologe von einem europäischen Forschungsinstitut. „Dieser Ansatz könnte die gesamte Industrie transformieren.“ Osmo, gegründet 2023 mit 60 Millionen US-Dollar aus der Series-A-Finanzierung von Lux Capital und Google Ventures, positioniert sich als Pionier in der digitalen Olfaktion. IIVS, seit 1997 als Non-Profit-Organisation für tierfreie Testmethoden tätig, gilt als globaler Vorreiter in der Entwicklung von Alternativen zu Tierversuchen. Die Studie unterstreicht den Fortschritt hin zu einer menschenzentrierten, ethischen und wissenschaftlich fundierten Sicherheitsbewertung.
