AI-Traffic bei Shopify steigt um das 7-Fache, Käufe um das 11-Fache
Seit Januar hat Shopify den Traffic aus KI-Tools auf seinen Online-Shops um das Siebenfache gesteigert, während Käufe, die auf KI-gesteuerte Suche zurückgehen, um das Elfache zugenommen haben. Während des dritten Quartals-Gewinnaufrufs betonte Shopify-Präsident Harley Finkelstein die zentrale Rolle von KI für das Unternehmen und nannte sie „das größte technologische Ereignis seit dem Aufkommen des Internets“. Die Zusammenarbeit mit OpenAI, die im September bekannt wurde, sei Teil einer strategischen Ausrichtung, um E-Commerce in jede KI-Interaktion zu integrieren. Shopify nutzt dabei nicht nur ChatGPT, sondern auch Plattformen wie Perplexity und Microsoft Copilot, um KI-gestützte Einkaufserlebnisse zu entwickeln. Eine Umfrage des Unternehmens ergab, dass 64 Prozent der Konsumenten angeben, KI bei Einkäufen zumindest teilweise nutzen zu wollen. Finkelstein betonte, dass Shopify durch den Zugriff auf Daten aus Millionen von Händlern und Milliarden von Transaktionen sowie durch eine „Founder Mode“-Mentalität, die schnelles Produktmanagement ermöglicht, einen Wettbewerbsvorteil besitzt. Intern entwickelt das Unternehmen KI-Tools wie Scout, das Mitarbeiter dabei unterstützt, aus Hunderten Millionen von Kundenfeedbacks schnelle, datengestützte Entscheidungen zu treffen. „Scout ist nur eines von vielen Tools, die wir entwickeln, um unsere Signale – ob Support-Tickets, Nutzungsdaten, Bewertungen oder Sidekick-Prompts – in schnelle, fundierte Entscheidungen zu verwandeln“, erklärte Finkelstein. KI sei nicht nur eine Funktion, sondern das zentrale Element, das alles, was Shopify baut, antreibt. Ziel ist es, die Grundlagen für „agentic commerce“ – also handelnde, autonome KI-Agenten im E-Commerce – zu legen. Finkelstein betonte, dass das Unternehmen offen für verschiedene Entwicklungen sei, da der Weg des agentic commerce noch unklar ist. „Wir müssen bereit sein für jede mögliche Variante, die sich durchsetzt“, sagte er, vergleichend mit der frühen Phase der sozialen Commerce-Entwicklung, als klar wurde, dass E-Commerce nicht nur online, sondern überall stattfinden kann. In finanzieller Hinsicht erzielte Shopify im dritten Quartal Umsätze von 2,84 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr und über den Erwartungen. Der Gewinn betrug 264 Millionen Dollar (20 Cent pro Aktie). Allerdings sank der Aktienkurs, da der operative Gewinn mit 434 Millionen Dollar knapp unter den erwarteten 437 Millionen Dollar lag. Trotz des leichten Fehlstarts bleibt die strategische Ausrichtung auf KI und die Integration in den E-Commerce-Alltag ein zentrales Anliegen. Industrieanalysten sehen in Shoppys KI-Strategie eine klare Positionierung an der Spitze der nächsten Generation des Online-Handels. Die Fähigkeit, KI nahtlos in bestehende Handelsinfrastrukturen zu integrieren, wird als entscheidend für die Zukunft des E-Commerce angesehen. Shopify gilt als Pionier, der nicht nur die Technologie nutzt, sondern die Architektur für agentic commerce mitgestaltet. Die enge Kooperation mit führenden KI-Plattformen unterstreicht die Glaubwürdigkeit des Ansatzes. Die Kritik an der leichten Untererfüllung des operativen Gewinns wird als vorübergehend angesehen, solange die langfristige KI-Strategie sich bewährt.
