ThredUp nutzt KI, um täglich 80.000 neue Artikel zu sortieren und zu suchen.
ThredUp verwendet künstliche Intelligenz (KI) auf überraschende Weise, um täglich 80.000 neue Artikel zu sortieren und zu verwalten. Diese Online-Plattform für den Verkauf von gebrauchter Kleidung, Schuhen und Accessoires hat seit ihrer Gründung im Jahr 2009 kontinuierlich gewachsen. Mit dem Anstieg der Artikelmenge und der Vielzahl an Bildern, die archiviert und Kunden präsentiert werden, musste das Unternehmen seine Arbeitsmethoden modernisieren. „Wenn man eine bestimmte Größe erreicht, lassen sich bestimmte Aufgaben nicht mehr manuell skalieren“, erklärte Dan DeMeyere, Chief Product and Technology Officer bei ThredUp. „Regelbasierende Systeme und einfache Algorithmen reichen einfach nicht aus.“ ThredUp hat deshalb seit 2015 maschinelles Lernen in seine Prozesse integriert und ist nun etwa 20 Monate in der Implementierung von generativer KI. Die generative KI unterstützt ThredUp in zwei wesentlichen Bereichen: Der erste Bereich ist die Verbesserung der Suchfunktionalität, um es Kunden zu erleichtern, nach spezifischen Artikeln zu suchen, ohne überflutet zu werden. DeMeyere berichtete, dass vor der Einführung der KI ein Suche nach „Madewell Jeans“ 50.000 Ergebnisse lieferte, was wenig hilfreich war. „Es war ein sehr standardisierter, taxonomiebasierter Suchansatz. Man musste die Marke, die Kategorie und andere spezifische Daten eingeben.“ Mit der KI-getriebenen visuellen Suche können Kunden nun nach optischen Merkmalen suchen, ohne dass diese explizit in der Datenbank vorhanden sein müssen. „Sie können nach einem hässlichen Weihnachtspulli suchen und phänomenale Ergebnisse finden, obwohl die Begriffe ‚häßlich‘ oder ‚Weihnachtspulli‘ nirgendwo in unserer Datenbank stehen“, sagte DeMeyere. Die Modelle helfen dabei, Produktbilder zu interpretieren und relevante Treffer zu liefern. Der zweite Bereich, in dem generative KI hilft, ist die operative Verwaltung der Artikel. „Wir haben festgestellt, dass einige generative KI-Modelle sehr gut darin sind, Kategorien und sogar Schnitte zu erkennen“, erklärte DeMeyere. Dies ermöglicht es ThredUp, die vielen Marken, Größen und anderen Kategorien effizienter zu bearbeiten. Durch die Einführung der KI konnte ThredUp agiler und flexibler arbeiten. „Früher hatten wir Projektteams, die fast jede Disziplin repräsentierten – Data Scientists, Data Engineers, Frontend-Entwickler, Mobile Entwickler und so weiter. Die Teams sind jetzt auf vier Personen geschrumpft, dank der KI“, sagte DeMeyere. Dies bedeutet, dass das Unternehmen weniger Ressourcen benötigt, um komplexe Projekte durchzuführen. ThredUp hat jedoch nicht vor, seine Personalstruktur zu reduzieren, sondern sucht nach einer anderen Mischung an Talents. „Man muss kein Experte in allem sein, aber wir wollen neugierige, fähige und vielseitige Menschen. Früher musste man genau planen, wer und wann gebraucht wurde, und alle Ressourcen zusammenstellen. Das ist heute nicht mehr nötig.“ Die Fähigkeiten, die das Unternehmen sucht, sind weniger spezialisierte technische Kenntnisse, sondern vielmehr ein „Wachstumsdenken“ in Bezug auf KI. „Wir suchen nach Menschen, die Erfahrung haben und neugierig sind. Solche Menschen blühen bei uns auf“, sagte DeMeyere. Obwohl Data Science weiterhin gefragt sein wird, braucht das Unternehmen auch Fachexperten, die das Potenzial der KI verstehen. „Wir möchten, dass unsere Product Manager mit KI prototypen – nicht alles von Hand machen. Und wir möchten, dass die Ingenieure das Prototypen mit KI-Support schnell aufbauen können.“ Industrieinsider bewerten die Einführung von generativer KI bei ThredUp als durchaus erfolgversprechend und innovativ. Die Möglichkeit, große Mengen von Produkten effizient zu verwalten und die Kundenerfahrung durch verbesserte Suchfunktionen zu optimieren, stellt einen wichtigen Wettbewerbsvorteil dar. ThredUp ist eines der führenden Unternehmen in der Online-Reselling-Branche und hat sich dadurch einen Ruf als Pionier in der Nutzung von KI geschaffen. Die Firma setzt damit auf eine zukunftsweisende Technologie, die das Potenzial hat, den Markt weiter zu revolutionieren.
