Geheime Datenzentren Amerikas: AI treibt Energie- und Wasserverbrauch in die Höhe
Die rasante Ausbreitung künstlicher Intelligenz (KI) hat in den USA eine Flut von energie- und wasseraufwendigen Rechenzentren ausgelöst, die sich über das Land verteilen. Schon heute fließt ein Drittel des weltweiten Internetverkehrs durch Rechenzentren in nur einem Bundesstaat: Virginia. Trotz ihrer zentralen Rolle für die digitale Infrastruktur fehlte bisher jedoch eine offizielle Übersicht über die Anzahl der US-Rechenzentren, ihre Eigentümer oder ihren Energieverbrauch. In einer exklusiven Recherche hat Business Insider diese Lücke geschlossen und erstmals eine detaillierte Aufschlüsselung der Datenzentrenlandschaft in den USA vorgelegt – inklusive ihrer umweltbedingten Folgen. Die Reporter reisten nach Virginia, wo gigantische, achtzig Meter hohe Gebäude wie stumme Riesen über die Landschaft ragen und einen stetigen Brummton verursachen. In der trockenen, wasserarmen Region Arizona verbrauchen manche dieser Zentren bis zu eine Million Gallonen Wasser pro Tag, um ihre Server zu kühlen – ein kritischer Faktor in einer Region, die bereits unter Wasserknappheit leidet. Die Energieversorgung stellt ebenfalls eine Herausforderung dar: Die steigenden Strombedarfe der Rechenzentren zwingen einige Bundesstaaten, ihre Klimaziele für die Reduzierung von CO₂-Emissionen zu überdenken. In einigen Fällen planen Energieversorger sogar, bestehende Kohle- und Gaskraftwerke länger in Betrieb zu halten, um die Nachfrage nach Strom zu decken. Die Recherche offenbarte zudem, dass die meisten dieser Zentren von großen Tech-Unternehmen wie Amazon, Microsoft und Google betrieben werden, die ihre KI-Infrastruktur massiv ausbauen. Die Zentren dienen nicht nur als Speicherort für Cloud-Dienste, sondern sind auch die Rückgrat der KI-Modelle, die heute in Sprachassistenten, Bildgeneratoren und vielem mehr eingesetzt werden. Die rasant wachsende Nachfrage nach Rechenleistung hat die Infrastruktur an ihre Grenzen getrieben – und die Umweltfolgen werden zunehmend spürbar. Die Ergebnisse der Recherche wurden in einer interaktiven Karte und einer mehrteiligen Serie dokumentiert, die die Methodik, Datenerhebung und Quellen transparent macht. Die Arbeit basiert auf öffentlichen Daten, Satellitenbildern, Betriebsplänen und Interviews mit Fachleuten aus der Branche. Branchenexperten warnen vor den langfristigen Folgen: „Wir stehen vor einer Energie- und Ressourcenkrise, die sich nicht mehr ignorieren lässt“, sagt ein Energieanalyst. „Die KI-Revolution ist technologisch beeindruckend, aber sie hat einen hohen Preis – für die Umwelt, die Infrastruktur und die Energiesicherheit.“ Unternehmen wie Microsoft und Google haben bereits Initiativen zur Nutzung von erneuerbaren Energien angekündigt, doch die Umsetzung bleibt herausfordernd. Die zunehmende Zentralisierung von Rechenleistung in wenigen Regionen wie Virginia und Arizona wirft zudem Fragen nach regionaler Gerechtigkeit und Infrastrukturbelastung auf. Die Recherche von Business Insider markiert einen Meilenstein in der Transparenz der US-Datenzentrumslandschaft und unterstreicht die dringende Notwendigkeit einer nachhaltigen KI-Entwicklung.
