Ex- Hedgefonds-Manager entwickelt AI für Banken
Barry Duong, ehemaliger Hedgefonds-Portfolio-Manager bei Balyasny Asset Management, hat nach seiner Zeit auf Wall Street entschieden, sich ganz der KI zu widmen – und zwar nicht nur als Nutzer, sondern als Gestalter. Nach einem Noncompete-Vertrag verbrachte er Zeit damit, frühzeitige KI-Tools aus dem Silicon Valley zu testen, darunter noch nicht öffentlich bekannte Startups. Was er dort entdeckte, übertraf seine Erwartungen: Die Möglichkeiten der KI waren viel größer, als er zunächst gedacht hatte. Diese Erkenntnis weckte seine Neugier, die er als Investor stets gepflegt hatte. Als ChatGPT 2022 aufkam, waren viele Finanzinstitute noch in der frühen Phase der KI-Adoption – doch Duong sah das Potenzial, das sich abzeichnete. Deshalb wechselte er Anfang dieses Jahres als Lead AI Strategist für Public Equities zu Hebbia, einem AI-Startup für professionelle Dienstleistungen im Finanzsektor. Bei Hebbia geht es nicht darum, nur routinemäßige Aufgaben zu automatisieren, sondern die Fähigkeiten aller Mitarbeiter – von Junior-Bankenangestellten bis zu Senior-Managing-Directors – zu steigern. Duong und sein Team entwickeln maßgeschneiderte Prompts, führen Schulungen mit Hunderten von Mitarbeitern gleichzeitig durch und arbeiten individuell mit Spitzenkräften zusammen, um effiziente Arbeitsabläufe zu schaffen – etwa durch automatisierte PowerPoint-Präsentationen oder Finanzmodelle. Der Prozess ist iterativ: Er umfasst Kontext-Engineering, präzise Prompt-Optimierung und die Auswahl der richtigen KI-Modelle, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Dabei bleibt der Mensch zentral – nicht aufgrund von Alter oder Erfahrung, sondern durch Kreativität, Problemlösungskompetenz und analytisches Denken. Das Team bei Hebbia besteht aus ehemaligen Top-Finanzexperten aus Buy- und Sell-Side-Unternehmen, die tiefes Branchenwissen mit einer Leidenschaft für KI verbinden. Sie wollen nicht nur Technologie nutzen, sondern verändern. Hebbia verarbeitet bereits über eine Milliarde Seiten für Kunden – das entspricht rund 3.000 Jahren Lesen und 2.000 Jahren Analyse. Solche Leistungen ermöglichen es Finanzexperten, strategischer und intelligenter zu arbeiten, was die Chancen auf erfolgreiche Deals erhöht. Duong ist überzeugt: KI führt nicht zu Stellenabbau, sondern zu einer Veränderung der Rolle. Jeder soll mehr leisten – und dafür besser ausgestattet sein. Junior-Mitarbeiter werden zu „Agenten-Managern“, Führungskräfte müssen lernen, KI selbst zu steuern. Die Finanzwelt bleibt ein Zusammenspiel aus Kunst und Wissenschaft – und KI ist noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung. Neue Fronten, wie fundamentale Quant-Modelle, die mathematische Aufgaben besser lösen als LLMs, sind noch unerforscht. Die Zukunft der Finanzdienstleistungen wird von der Fähigkeit bestimmt, KI nicht nur zu nutzen, sondern zu orchestrieren. In der Branche wird Duongs Wechsel als Symbol für eine tiefgreifende Transformation gesehen. Sein Hintergrund verbindet tiefes Finanzwissen mit KI-Expertise – eine seltene Kombination, die genau die Brücke zwischen Wall Street und der KI-Revolution baut. Hebbia positioniert sich nicht als reiner Technologielieferant, sondern als Partner, der die menschliche Intelligenz in der KI-Ära stärkt. Die Botschaft: KI verändert die Arbeit, aber die menschliche Kreativität bleibt unersetzlich.
