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Künstliche Intelligenz erkennt Herzklappenerkrankungen früh – Studie zeigt hohe Genauigkeit

Ein künstliches Intelligenz-System, das mit digitalen Stethoskopen arbeitet, könnte die frühzeitige Erkennung von Herzklappenerkrankungen revolutionieren, wie eine Studie der Universität Cambridge zeigt. Bei fast 1.800 Patienten analysierte ein AI-Algorithmus Herzgeräusche und erkannte dabei 98 Prozent der Fälle mit schwerer Aortenklappenstenose – der häufigsten Form der Klappenerkrankung, die operativ behandelt werden muss – sowie 94 Prozent der Fälle mit schwerer Mitralinsuffizienz. Die KI übertraf dabei die Diagnosegenauigkeit von 14 GPs, die dieselben Aufnahmen hörten, und lieferte konsistentere Ergebnisse, da menschliche Ärzte je nach Erfahrung und Schwerpunkt unterschiedlich sensibel oder spezifisch waren. Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden, die auf das Erkennen von Geräuschen (Murmeln) setzen, trainierten die Forscher das System direkt auf Echokardiogramm-Daten, sodass es auch subtile akustische Muster wahrnehmen konnte, die ohne offensichtliches Geräusch auftreten. Dies ist entscheidend, da viele Klappenerkrankungen in frühen Stadien symptomlos verlaufen und oft erst dann erkannt werden, wenn der Schaden bereits irreversibel ist. Die durchschnittliche Sterblichkeitsrate bei unbehandelter schwerer Aortenklappenstenose liegt binnen zweier Jahre bei bis zu 80 Prozent. Aktuell hängt die Diagnose von teuren und zeitaufwändigen Echokardiogrammen ab, die in der Praxis wegen langer Wartezeiten im NHS nicht als Screening-Tool genutzt werden können. Der Einsatz von Stethoskopen in der Hausarztpraxis ist zudem aufgrund des Zeitdrucks und der sinkenden Kompetenz im kardialen Abhören selten. Die neue KI-Technologie benötigt nur wenige Sekunden Aufnahmezeit und kann von medizinischem Hilfspersonal ohne umfangreiche Ausbildung eingesetzt werden. Sie soll nicht Ärzte ersetzen, sondern als Screening-Tool dienen, um Patienten mit hohem Risiko gezielt weiterzuverweisen. Die Forscher betonen, dass die Methode vor einer breiten Einführung in der Praxis noch in realen GP-Situationen mit vielfältigen Patientengruppen getestet werden muss. Besonders schwierig bleibt die Erkennung milder Erkrankungen. Dennoch sehen sie großes Potenzial, insbesondere angesichts des demografischen Wandels und steigender Belastungen im Gesundheitssystem. „Frühe Erkennung ist entscheidend – wir können Klappen reparieren oder ersetzen und Menschen Jahre gesunder Lebenszeit schenken“, sagt Co-Autor Professor Rick Steeds. Die Studie wurde von der National Institute for Health Research, der British Heart Foundation und dem Medical Research Council unterstützt. In der Fachwelt wird die Entwicklung als bedeutender Schritt hin zu präventiver Kardiologie gewürdigt. Experten betonen, dass die KI nicht nur die Diagnosegenauigkeit steigern, sondern auch Ressourcen im Gesundheitswesen entlasten könnte. Die Technologie könnte besonders in ländlichen Gebieten oder medizinisch unterversorgten Regionen von großer Bedeutung sein. Die Cambridge-Gruppe arbeitet bereits an weiteren Anwendungen, darunter die Integration in tragbare Geräte und mobile Apps.

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