Intel sucht zusätzliche Beteiligung zu Discount-Preisen
Intel befindet sich laut mehreren Informanten in Gesprächen mit weiteren großen Investoren, um eine zusätzliche Eigenkapitalzuführung zu erhalten – und zwar zu einem ermäßigten Kurs. Die Aktie des Chipherstellers sackte am Dienstag um mehr als 7 Prozent ab, nachdem sie zuvor auf dem Rücken einer 2 Milliarden-Dollar-Investition durch SoftBank und Berichten über mögliche staatliche Beteiligung des Trump-Teams ansteigen konnte. Commerce Secretary Howard Lutnick erklärte gegenüber CNBC, dass die US-Regierung bei der Zuteilung von CHIPS Act-Fördermitteln eine Eigenbeteiligung an Intel verlangen müsse. Die Quellen bestätigten gegenüber David Faber von CNBC, dass Intel nun über SoftBank hinaus nach weiteren Investoren sucht. „Sie brauchen Geld, um das zu bauen, was Kunden letztlich wollen“, sagte Faber im „Squawk on the Street“. „Die CHIPS Act-Mittel sind zwar kostenlos, aber wenn sie als Eigenkapital fließen, führt das zu einer Aufstockung der Aktienbasis – und das ist für den Aktienkurs schädlich.“ Intel steht vor einer tiefgreifenden Wende nach Jahren rückläufiger Umsätze und verlierender Marktposition. Die Firma hat Schwierigkeiten, den Boom im Bereich künstlicher Intelligenz in hochentwickelten Halbleitern zu nutzen, und hat erhebliche Investitionen in eine neue Fertigungsinfrastruktur getätigt, die bislang kaum bedeutende Kunden gewinnen konnte. Um die Lage zu verbessern, hat Intel seine Führung erneuert: Im März übernahm Lip-Bu Tan das CEO-Amt, nachdem sein Vorgänger Pat Gelsinger im Dezember entlassen worden war. Zwei Wochen nach der Amtseinführung von Tan rief US-Präsident Donald Trump dessen Rücktritt auf, da er ihn als „sehr konfliktbeladen“ bezeichnete. Die Beziehung zwischen Trump und Tan kaltete ab, nachdem der CEO den Weißen Haus besucht hatte, um seine Hintergründe zu erläutern. Die Suche nach zusätzlichen Investoren unterstreicht die Dringlichkeit für Intel, finanzielle Stabilität zu gewinnen, um seine Fertigungspläne voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Konkurrenten wie TSMC und Samsung zu stärken. Die Beteiligung staatlicher Mittel über den CHIPS Act könnte zwar finanziell entlasten, aber durch die notwendige Kapitalerhöhung den Wert der bestehenden Anteile mindern. Daher setzt Intel auf private Investoren, die bereit sind, zu einem günstigeren Kurs einzusteigen – ein strategischer Schritt, um die Eigenkapitalbasis zu stärken, ohne die Aktienbasis zu stark zu dehnen. Experten sehen in der aktuellen Entwicklung einen kritischen Punkt für Intel: Die Fähigkeit, schnelle und nachhaltige Finanzierung zu sichern, könnte entscheidend für den Erfolg der Unternehmensreform sein.
