AI-Blase: CEO sieht Chancen für kluge Investoren
Jonathan Ross, CEO von Groq, einem Startup für KI-Chips, sieht einen KI-Blase nicht zwangsläufig als negativ an – im Gegenteil: Er betrachtet sie als Indikator für starkes wirtschaftliches Engagement und eine enorme Innovationsdynamik. Während eines Gesprächs mit CNBC auf der Future Investment Initiative in Saudi-Arabien betonte Ross, dass Blasen oft das Ergebnis eines explosionsartigen Interesses seien, bei dem viele Akteure, Unternehmen und Investoren in eine Technologie einsteigen. „Ein Bubble ist ein Zeichen dafür, dass viel wirtschaftliche Aktivität stattfindet und dass alle möglichen Menschen angesogen werden“, sagte er. Sein Fokus liege nicht darauf, ob eine Blase existiert, sondern darauf, ob Investitionen in echte, nachhaltige KI-Innovationen getätigt werden. „Wenn man sich auf die echten Fortschritte konzentriert, kann man nie genug Geld hineinstecken – und es werden großartige Renditen kommen. Es wird aber auch Fehlerinvestitionen geben, die nicht zurückzahlen“, erklärte er. Gleichzeitig zeigte er Vertrauen in die langfristige Rentabilität des KI-Sektors: „Wird das Geld, das in diese KI-Boom investiert wird, mit Zinsen zurückgezahlt? Ich denke, ja. Die Frage ist nur: Können Sie richtig in KI investieren?“ Ross, der vor der Gründung von Groq 2016 bei Google als Ingenieur arbeitete und maßgeblich an der Entwicklung der Tensor Processing Units (TPUs) beteiligt war – spezialisierten Chips für KI-Modelle, die als Alternative zu Nvidia-GPUs dienen –, bringt technische Tiefe und Branchenerfahrung mit. Seine Perspektive wird durch Aussagen anderer führender Persönlichkeiten ergänzt: JPMorgan-Chef Jamie Dimon betonte auf dem Fortune Most Powerful Women Summit, dass nicht die gesamte KI-Entwicklung als Blase gelten dürfe. „Obwohl einzelne Bereiche möglicherweise überzogen sind, wird sich die Gesamtheit wahrscheinlich auszahlen“, sagte er. Er riet zu einer differenzierten Betrachtung: „Man muss einzeln prüfen, ob es sich um eine Blase handelt oder um echte Innovation mit produktiver Wirkung.“ Doch auch skeptische Stimmen gibt es. Nick Clegg, ehemaliger britischer Vize-Regierungschef und früherer Meta-Executive, sprach von „deutlichen Merkmalen einer Blase“ in der KI-Entwicklung. In einem CNBC-Interview im Oktober 2024 verwies er auf die übermäßige Häufigkeit von Deals, die fast täglich stattfänden. „Es gibt einfach eine Art von Hyperaktivität – fast stündlich –, die einen an eine Korrektur denken lässt“, sagte er. Seine Warnung richtet sich an Investoren, sich auf die Risiken einzustellen. Insgesamt zeigt die Debatte, dass die KI-Revolution zwar von enormem Interesse und Kapital geprägt ist, aber auch eine kritische Bewertung erfordert. Unternehmen wie Groq, die auf Spezialchips für KI setzen, profitieren von der Dynamik, während die langfristige Nachhaltigkeit von Investitionen von der Fähigkeit abhängt, echte Technologie von Hype zu unterscheiden.
