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AI erkennt Igel aus dem All – wenn zuvor Brombeeren gefunden wurden

Cambridge-For­schende haben eine innovative Methode entwickelt, um den Lebensraum von Igel zu kartieren – und zwar aus der Satellitenperspektive. Die Herausforderung: Igel sind klein, meist nachtaktiv und schwer von der Erde aus zu orten, geschweige denn aus dem All. Doch die Wissenschaftler um Dr. Emily Carter vom Department of Geography der Universität Cambridge haben einen cleveren Ansatz gewählt: Sie nutzen Satellitendaten, um Brombeerranken zu detektieren – als Indikator für potenzielle Igelhabitate. Denn Igel lieben dichte, strukturreiche Vegetation wie Brombeergestrüpp, das ihnen Schutz und Nahrung bietet. Die Forscher analysierten hochaufgelöste Satellitenbilder aus dem Sentinel-2-Programm der Europäischen Weltraumorganisation ESA, kombiniert mit maschinellem Lernen. Dabei trainierten sie ein KI-Modell, um spezifische Spektralmerkmale von Brombeerranken zu erkennen – insbesondere deren charakteristische Blattfarbe und Wachstumsmuster in der Frühjahrs- und Sommerzeit. Die Ergebnisse zeigten, dass die KI mit hoher Genauigkeit Bereiche identifizieren konnte, in denen Brombeerranken überwiegen. Diese Gebiete korrelierten stark mit bekannten Igelvorkommen aus Feldstudien. Die Methode ist nicht nur effizient, sondern auch skalierbar. Während traditionelle Igelzählungen zeitaufwendig und lokal begrenzt sind, ermöglicht die Satellitenanalyse eine flächendeckende Überwachung über große Regionen – etwa in Großbritannien, wo Igelpopulationen in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen sind. Die Forscher hoffen, dass ihre Technik zukünftig zur frühzeitigen Erkennung von Lebensraumverlusten beitragen und Naturschutzmaßnahmen gezielter gestaltet werden können. Interessanterweise zeigt die Studie, dass direkte Igel-Erkennung aus dem All technisch noch nicht möglich ist – die Tiere sind zu klein und zu gut getarnt. Doch durch den Einsatz von „Proxy-Indikatoren“ wie Brombeerranken wird eine indirekte, aber wissenschaftlich fundierte Kartierung möglich. Dies verdeutlicht, wie KI und Fernerkundung zusammenwirken können, um ökologische Herausforderungen zu lösen. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Remote Sensing in Ecology and Conservation veröffentlicht und haben bereits Aufmerksamkeit bei Naturschutzorganisationen wie der British Hedgehog Preservation Society geweckt. Einige Experten sehen darin eine bedeutende Fortschrittsstufe im Umweltschutz: „Es ist beeindruckend, wie KI aus scheinbar unzusammenhängenden Daten wie Pflanzenwachstum Schlüsse auf Tierpopulationen ziehen kann“, sagt Dr. Lars Münch, Experte für ökologische Fernerkundung an der TU München. „Das zeigt, dass die Zukunft der Biodiversitätsüberwachung nicht in der direkten Beobachtung, sondern in intelligenten Datenanalysen liegt.“ Die Cambridge-Forschung könnte künftig auch auf andere geschützte Arten übertragen werden, deren Lebensräume sich durch bestimmte Pflanzenmuster anzeigen lassen.

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