HyperAIHyperAI

Command Palette

Search for a command to run...

UPS: Mehr Pakete und Zollprobleme nach Ende der de minimis-Regel

Nachdem die US-Regierung unter Präsident Trump die de-minimis-Regelung Ende August beendet hatte, stieg bei UPS die Zahl der Pakete, die durch die US-Zollkontrolle mussten, deutlich an. Der de-minimis-Exemptions-Status hatte es ermöglicht, Waren im Wert von bis zu 800 US-Dollar ohne Zölle in die USA einzuführen. Nach der Aufhebung dieser Regelung wurden auch geringwertige Sendungen wie gewöhnliche Einkäufe aus dem Ausland nun zollpflichtig – was zu erheblichen Verwirrungen und logistischen Herausforderungen führte. Laut CEO Carol Tomé stieg die tägliche Zahl der Zollabfertigungen bei UPS von etwa 13.000 im März auf rund 112.000 im September, dem ersten vollen Monat nach dem Ende der Ausnahmeregelung. Dies entspricht einem Anstieg um mehr als 750 Prozent. Tomé erklärte auf der dritten Quartals-Gewinnkonferenz, dass viele der neuen Kunden – vor allem private Verbraucher – nicht wussten, welche Informationen für die Zollabfertigung notwendig waren. „Sie sind nicht vertraut mit den Feinheiten von Handelsvorschriften“, sagte sie. Viele Pakete enthielten Lebensmittel, die besonders strengen Zollanforderungen unterlagen, wie Kate Gutmann, EVP für internationale Dienstleistungen, Healthcare und Supply Chain, hervorhob. Auch nationale Postdienste wie Deutsche Post hatten vorübergehend US-Verbindungen eingestellt, was den Druck auf UPS weiter erhöhte. In der Praxis führten die Umstellungen zu erheblichen Problemen: Kunden berichteten über falsch zugeordnete Zollcodes – beispielsweise wurde ein 200-prozentiger Zoll auf russisches Aluminium auf einfache Haushaltswaren aufgeschlagen. Andere Pakete wurden ohne weitere Mitteilung als „zur Entsorgung“ markiert, selbst nach Zahlung von Zöllen oder Nachlieferung von Dokumenten. Ein kanadischer Kunde berichtete, dass seine Sendung nach mehreren E-Mails an Tomé als verloren galt, obwohl sie im System verfolgt wurde. Trotz der Herausforderungen konnte UPS rund 90 Prozent der Pakete mit Hilfe von KI-gestützten Systemen automatisch verarbeiten. Doch 10 Prozent erforderten manuelle Bearbeitung – oft aufgrund unvollständiger oder falscher Angaben. Tomé betonte, dass das Unternehmen „in der Lage war, die Belastung zu bewältigen“, aber die Unkenntnis der Kunden gegenüber Zollvorschriften ein zentrales Problem bleibe. Industrieanalysten sehen in der Situation eine Warnung für die Zukunft: Die Zollkomplexität wächst, besonders bei E-Commerce-Importen. UPS, der weltweit führende Paketdienst, hat mit dem Wechsel der Regeln erneut gezeigt, wie sensibel der internationale Versand von Waren auf politische Entscheidungen reagiert. Die Fähigkeit, technologisch zu skalieren und gleichzeitig Kundenservice aufrechtzuerhalten, wird künftig entscheidend sein.

Verwandte Links

UPS: Mehr Pakete und Zollprobleme nach Ende der de minimis-Regel | Aktuelle Beiträge | HyperAI