Meta pausiert Lizenzprogramm für Dritthersteller-VR-Headsets
Meta hat sein Programm zur Lizenzierung des VR-Betriebssystems Horizon OS an Dritthersteller vorübergehend ausgesetzt. Ursprünglich hatte das Unternehmen im April 2024 angekündigt, die von ihm entwickelte Plattform – die nun unter dem Namen Horizon OS läuft – an Hardwarepartner wie Lenovo und Asus zu lizenzieren, damit diese eigenständige VR-Headsets auf Basis des Systems bauen könnten. Ziel war es, mehr Auswahl für Verbraucher zu schaffen und ein erweiterteres Ökosystem für Entwickler zu etablieren. CEO Mark Zuckerberg hatte in einem Video betont, dass das Unternehmen mit dem offenen Modell die nächste Generation der Rechentechnologie prägen wolle – insbesondere im Kontext von Metaverse, Smart Glasses und Headsets. Doch nun zieht Meta einen Schritt zurück. Laut einer Stellungnahme von Meta-Sprecherin Johanna Peace wird das Programm pausiert, um sich stärker auf die Entwicklung hochwertiger Erstprodukte – also eigenes Hardware- und Software-Portfolio – zu konzentrieren. „Wir haben das Programm pausiert, um die weltklasse First-Party-Hardware und -Software zu entwickeln, die erforderlich ist, um den VR-Markt voranzutreiben“, heißt es in der Mitteilung. Gleichzeitig betont Meta, dass die Möglichkeit für zukünftige Partnerschaften mit Drittherstellern weiterhin bestehen werde, sobald sich der Markt weiterentwickelt. Dieser strategische Kurswechsel folgt auf mehrere interne Umstrukturierungen. So wurde die geplante Markteinführung der Mixed-Reality-Brille „Phoenix“ von Ende 2026 auf das erste Halbjahr 2027 verschoben. Gleichzeitig arbeitet Meta an einem neuen Quest-Modell, wie interne Memos an Business Insider verlauten ließen. Zudem plant das Unternehmen, bis zu ein Drittel seines Metaverse-Budgets im nächsten Jahr zu streichen. Ein Sprecher bestätigte, dass sich der Fokus zunehmend von der Metaverse-Entwicklung auf künstliche Intelligenz, Smart Glasses und tragbare Geräte verlagert. Die Entscheidung wird von Branchenexperten als Ausdruck einer realistischeren Bewertung der Marktsituation gesehen. „Meta erkennt an, dass der VR-Markt noch nicht reif für eine breite Dritthersteller-Ökonomie ist“, sagt ein Analyst von TechInsight. „Die Konzentration auf erstklassige Eigenprodukte ist sinnvoll, solange die Nutzerakzeptanz und die technische Reife noch nicht ausreichen, um eine offene Plattform zu stützen.“ Die strategische Neuausrichtung unterstreicht zudem die wachsende Bedeutung von KI-gestützten Wearables im langfristigen Wachstumspfad des Unternehmens.
