Menschliche Tippgeschwindigkeit behindert Fortschritt bei AGI
Alexander Embiricos, Leiter der Produktentwicklung bei Codex, OpenAIs KI-Agent für Programmierung, hat in einem Gespräch auf „Lenny’s Podcast“ eine überraschende Einschränkung für den Fortschritt hin zu künstlicher allgemeiner Intelligenz (AGI) identifiziert: die Tippgeschwindigkeit von Menschen. Laut Embiricos ist die menschliche Fähigkeit, Prompts zu formulieren und die Arbeit von KI-Systemen zu überprüfen, ein entscheidender Engpass – trotz der rasanten Entwicklung von KI-Technologien. Er betont, dass selbst wenn KI-Agenten kontinuierlich arbeiten und Aufgaben übernehmen können, die menschliche Validierung der Ergebnisse die Effizienz weiterhin begrenzt. „Du kannst einen Agenten alles beobachten lassen, aber wenn er nicht selbst seine Arbeit überprüft, bist du weiterhin an der Geschwindigkeit gebunden, mit der du Code lesen und bewerten kannst“, erklärte er. Embiricos argumentiert, dass die Zukunft der Produktivität in der vollständigen Entlastung des Menschen von der Prompt-Formulierung und der Qualitätskontrolle liegt. Wenn KI-Systeme nicht nur Aufgaben ausführen, sondern auch autonom ihre eigenen Ergebnisse validieren und verbessern können, würde dies eine „hockey stick“-Wachstumskurve auslösen – eine plötzliche, exponentielle Steigerung der Effizienz. Er geht davon aus, dass bereits ab dem kommenden Jahr frühe Nutzer solche Produktivitätssteigerungen erleben werden, die sich in den folgenden Jahren auf größere Unternehmen ausweiten werden. Diese beschleunigte Produktivität, so Embiricos, würde letztlich auch die KI-Forschung selbst beschleunigen, da mehr Daten, Tests und Iterationen schneller möglich wären. In diesem Kreislauf, so seine These, würde sich AGI realisieren – nicht durch einen einzelnen Durchbruch, sondern durch eine kontinuierliche Verbesserung der KI-Systeme, die sich selbst optimieren und menschliche Engpässe überwinden. Die Aussage unterstreicht, dass die Entwicklung von AGI nicht nur eine Frage der Algorithmen oder Rechenleistung ist, sondern auch der menschlichen Interaktion mit KI. Wenn KI-Systeme selbstständig agieren, reflektieren und lernen können, wird der Mensch nicht mehr der limitierende Faktor sein. Dieser Paradigmenwechsel könnte die digitale Produktivität revolutionieren – und die technologische Landschaft innerhalb weniger Jahre verändern. Industrieexperten sehen in Embiricos These eine plausiblen, wenn auch radikale Perspektive. „Die menschliche Schnittstelle ist tatsächlich ein kritischer Engpass“, sagt eine KI-Entwicklerin aus dem Silicon Valley. „Wenn wir KI nicht in der Lage machen, sich selbst zu überwachen und zu korrigieren, bleiben wir an der menschlichen Leistungsgrenze hängen.“ OpenAI, gegründet 2015, hat sich zum Ziel gesetzt, sichere und nutzbringende AGI-Systeme zu entwickeln. Codex, ein früherer Vorläufer von GPT-4, war eine der ersten KI-Systeme, die Code aus natürlicher Sprache generieren konnte. Heute arbeitet OpenAI an autonomen KI-Agenten, die komplexe Aufgaben in mehreren Schritten planen und ausführen können. Die Vision, die Embiricos vertritt, ist Teil einer größeren Bewegung, in der KI nicht nur als Werkzeug, sondern als kooperativer Partner in der Arbeit gesehen wird.
