MITO AI sichert 4,5 Mio. Dollar für AI-Plattform zur Filmproduktion
MITO AI hat 4,5 Millionen US-Dollar in einer Pre-Seed-Runde gesammelt, die von Lightspeed Venture Partners geleitet wurde. Das junge Startup aus Spanien entwickelt eine KI-native Plattform für Filmproduzenten, die den gesamten Erstellungskreislauf von Drehbüchern über Storyboards bis hin zur Postproduktion in einer einzigen, kollaborativen Umgebung vereint. Mit einem „unendlichen Canvas“ wie aus Miro oder Figma sollen Kreative visuell planen, AI-Assets generieren und gemeinsam an Projekten arbeiten – ganz unabhängig von den gängigen Einschränkungen kurzer AI-Video-Clips von Tools wie OpenAI’s Sora oder Google’s Veo. Statt nur kurze Sequenzen zu erzeugen, ermöglicht MITO die Zusammenstellung von mehreren KI-generierten Szenen zu längeren, kohärenten Filmen. Dabei integriert die Plattform verschiedene KI-Modelle für Text, Bild, Video, Audio und Sprache – inklusive Plattformen wie Runway, Pika und ComfyUI – und unterstützt hybride Produktionen, bei denen Live-Action-Footage mit KI-Elementen kombiniert wird. Das Team um die Mitgründer Iñaki Berenguer, Arantxa Barcia und Danny Saltaren setzt auf eine „multiplayer-Videoerstellung“-Philosophie. Neben der Workflow-Plattform betreibt MITO auch eine eigene Studio-Abteilung (MITO Films), die für Partner KI-Inhalte erstellt. Die Plattform verfügt über Funktionen wie automatisierte Storyboard-Erstellung aus Drehbüchern, KI-gestützte Kamerawinkel- und Lichtplanung, Asset-Management, Lizenzkontrolle und Multi-Plattform-Auslieferung. Besonders hervorgehoben wird die „AI-Direktor“-Funktion, die kreative Aktionen in Echtzeit ausführt. Nach einer Testphase mit etwa 200 Beta-Partnern startet MITO im ersten Quartal 2026 offiziell. Die Plattform positioniert sich in einem schnell wachsenden Markt, in dem KI die Film- und Werbebranche grundlegend verändert. Während Hollywood und Werbeagenturen KI für Effekte und Commercials nutzen, sorgen unabhängige Kreative über niedrigere Kosten für kreative Innovationen – gleichzeitig steigen jedoch Bedenken über Arbeitsplatzverluste bei Schauspielern, Animatoren und anderen Kreativen. MITO tritt in einem wettbewerbsintensiven Umfeld auf, das von etablierten Playern wie Adobe dominiert wird und von neuen Aufsteigern wie FLORA (42 Mio. USD Finanzierung) geprägt ist. Industriebeobachter sehen in MITO eine Antwort auf die Komplexität der neuen KI-Ära: „Es geht nicht mehr nur um das Erzeugen von Inhalten, sondern um das Management komplexer, kollaborativer Produktionsprozesse“, sagt ein Branchenexperte. Die Kombination aus KI-Integration, kollaborativer Infrastruktur und Studio-Service macht das Unternehmen zu einem potenziellen Schlüsselspieler für die nächste Generation der digitalen Filmproduktion. Mit einem starken Team – darunter ehemalige Mitarbeiter von Genially und Inditex – und einem klaren Fokus auf Workflow-Optimierung könnte MITO einen entscheidenden Sprung in der KI-Video-Revolution schaffen.
