Locus und Viatris entwickeln präzise Phagen-Therapien gegen augenbedrohliche Infektionen
Locus Biosciences hat eine Forschungskooperation mit Viatris Inc. (NASDAQ: VTRS) angekündigt, um präzise bakteriophagen Therapien für schwere Augeninfektionen zu entwickeln. Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, gezielt auf bakterielle Erreger abzuzielen, die häufig zu schweren ophthalmologischen Infektionen führen – einem Bereich mit hohem medizinischem Bedarf, besonders vor dem Hintergrund der weltweit zunehmenden Antibiotikaresistenz. Locus nutzt dabei seine proprietäre Plattform, die Künstliche Intelligenz (KI), Hochdurchsatz-Robotik und synthetische Biologie kombiniert, um maßgeschneiderte Bakteriophagen-Kokteille zu entwickeln. Diese sollen pathogene Bakterien gezielt eliminieren, während nützliche Mikroben unangetastet bleiben. Die Technologie basiert auf programmierbaren CRISPR-Cas3-Systemen, die es den Phagen ermöglichen, ihre Wirkung präzise zu steuern. Derzeit befindet sich Locus’ führendes klinisches Produkt, LBP-EC01, in der Phase-2-Studie für Harnwegsinfektionen. Die Kooperation mit Viatris markiert einen entscheidenden Schritt in die Ophthalmologie und unterstreicht das wachsende Vertrauen in Phagen-Therapien als Alternative oder Ergänzung zu herkömmlichen Antibiotika. Paul Garofolo, Co-Gründer und CEO von Locus, betonte die Dringlichkeit neuer gezielter Therapien zur Bekämpfung der antimikrobiellen Resistenz, insbesondere im Bereich der Augenheilkunde. Die Zusammenarbeit wird durch bestehende Partnerschaften mit BARDA und CARB-X unterstützt, die die Entwicklung von Locus mit nicht-ekonomischem Kapital fördern. Industriebeobachter sehen in der Kooperation einen Meilenstein für die klinische Anwendung von Phagen-Therapien. Die Kombination aus KI-gestützter Phagen-Design und synthetischer Biologie könnte die Entwicklung gezielter, sicherer und wirksamer Antibiotika-Alternativen beschleunigen. Locus positioniert sich als Pionier in der präzisen, mikrobiom-schonenden Behandlung bakterieller Infektionen. Viatris, ein globaler Anbieter von Gesundheitslösungen, bringt Erfahrung in der klinischen Entwicklung und Markteinführung ein, was die Chancen für eine schnelle klinische Umsetzung erhöht. Die Strategie, Phagen-Therapien in spezifische Indikationsbereiche wie die Ophthalmologie zu fokussieren, zeigt einen klaren Trend hin zu segmentierten, hochwirksamen Behandlungen. Sollte die Entwicklung erfolgreich verlaufen, könnte dies einen Paradigmenwechsel in der Bekämpfung resistenter Infektionen bedeuten – besonders in sensiblen Bereichen wie den Augen, wo traditionelle Antibiotika oft begrenzt wirksam sind oder Nebenwirkungen verursachen.
