100 ChatGPT-Prompts von Studierenden: Lernen, Karriere, Alltag
70 Hochschulstudenten aus über 50 Universitäten, darunter Stanford, die University of Pennsylvania, UCLA und Washington University in St. Louis, nahmen an einer virtuellen Labor-Initiative von OpenAI teil, um die besten ChatGPT-Prompts für Studierende zu entwickeln. Unter der Leitung von Nick Turley, Head of ChatGPT, wurden in einer Reihe wöchentlicher Diskussionen über 100 praxisnahe und kreative Prompts erarbeitet, die in drei Kategorien eingeteilt sind: Studium, Karriere und Alltag. Die Teilnehmer wurden über einen Bewerbungsprozess ausgewählt und arbeiteten gemeinsam daran, ChatGPT in unterschiedlichen Rollen einzusetzen – von Lernpartner über Karriereberater bis hin zu fiktiven Anwälten. Die Prompts reichen von einfachen Anfragen wie „Finde Synonyme für ‚sophistiziert‘“ bis hin zu tiefgründigen Reflexionsaufgaben wie „Ermittle meine wahren Lebensziele“. Im Bereich Studium zeigen sich klare Trends: Viele Studenten nutzen ChatGPT, um Lerninhalte zu verdichten, Klausuren zu simulieren oder komplexe Themen verständlich zu erklären. Ein besonders beliebter Prompt lautet: „Erstelle eine Lernstrategie für ein komplexes Fach mit nur drei Tagen Vorbereitung“. Im Karrierebereich fragen Studierende beispielsweise nach optimierten Lebensläufen, Bewerbungsschreiben oder sogar Simulierungen von Vorstellungsgesprächen. Ein Highlight ist die Anfrage: „Vergleiche zwei Karrierewege und analysiere die langfristigen Risiken und Chancen“. Im Alltagsbereich finden sich praktische, humorvolle und manchmal überraschend spezifische Anfragen – wie „Plane eine Mahlzeit für den Speisesaal, die proteinreich, gesund und mit Obst und Gemüse ist“ oder „Entwickele einen Plan, um mich von meiner Prokrastination zu befreien“. OpenAI hat die Prompts interaktiv gestaltet: Wer auf einen Eintrag klickt, öffnet direkt ChatGPT mit dem vorgefertigten Prompt, sodass Nutzer sofort ausprobieren können, wie der KI-Partner reagiert. Die Initiative spiegelt die zunehmende Integration von KI in den akademischen Alltag wider. Während einige Hochschulen AI-Verwendung verbieten oder auf handschriftliche Prüfungen setzen, arbeiten andere daran, Lehrmethoden anzupassen – etwa durch spezielle Detektionssysteme, die den Grad der KI-Nutzung bei Aufgaben bewerten. Gleichzeitig zeigen die Prompts, dass Studierende nicht nur nach Effizienz suchen, sondern auch nach kreativen und reflektiven Dialogpartnern. Experten bemerken, dass die Liste die Grenzen zwischen Unterstützung und Abhängigkeit aufzeigt. „Diese Prompts zeigen, wie tief KI bereits in das Lernverhalten eingedrungen ist – aber sie stellen auch die Frage: Werden wir durch KI kreativer oder abhängiger?“, sagt ein Bildungsforscher. OpenAI strebt mit solchen Initiativen an, KI als leistungsfähigen, aber ethisch verantwortbaren Begleiter zu positionieren – im Einklang mit Sam Altmans Vision einer KI mit Doktorgrad-Niveau, die vielseitig und vertrauenswürdig ist. Die Liste ist ein Spiegelbild der digitalen Transformation im Hochschulbereich – und ein Werkzeug, das sowohl Chancen als auch Herausforderungen für Lehre und Lernen offenlegt.
