Familiar Machines stellt Emotional-AI-Roboter vor
Boston-based Unternehmen Familiar Machines & Magic stellt den „Familiar" vor, einen vierbeinigen Roboter, der als abstrakte Bär-Form konzipiert wurde, um emotionale Unterstützung zu bieten. Gegründet von Colin Angle, dem ehemaligen CEO von iRobot, verfolgt das Start-up das Ziel, Maschinen zu entwickeln, die nicht nur physische Aufgaben erledigen, sondern eine echte Verbindung zum Menschen aufbauen. Der Roboter soll Haustieren zur Seite stehen, ohne deren Pflegebedürfnisse zu erfordern, und Nutzer dabei unterstützen, gesündere Routinen zu entwickeln. Das Unternehmen plante den Verkaufsstart für das kommende Jahr. Der genaue Preis wurde noch nicht öffentlich gemacht, liegt jedoch nach Angaben von Angle im Bereich der Anschaffungskosten für ein Haustier. Um das Projekt voranzutreiben, hat Familiar Machines bislang 30 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt. Das Team rekrutierte Fachkräfte von bekannten Konzernen wie iRobot, Boston Dynamics und Disney. Besonders hervorzuheben ist die Zusammenarbeit mit Hollywood-Drehbuchautoren, die historische Geschichten entwickelten, um die Persönlichkeit des Roboters zu definieren und das zugrundeliegende KI-Modell zu trainieren. Colin Angle verließ iRobot im Jahr 2024 nach über drei Jahrzehnten Tätigkeit, kurz nachdem das Mutterunternehmen in Insolvenz ging. Er unterscheidet das neue Projekt grundlegend von den früheren Erfolgen mit dem Roomba. Während der Staubsauger ein einseitiges Gerät für spezifische Aufgaben war, soll der Familiar eine aktive, aufmerksame Präsenz im Haushalt sein. Er soll das Haus wahrnehmen, auf den Nutzer reagieren und diesen sanft in positive Richtungen lenken, etwa indem er an eine Pause erinnert oder zum Gehen animiert. Ein zentrales Designelement ist die Entscheidung, keine menschliche oder tierische Form nachzuahmen. Als abstrakter Bär vermeidet der Roboter unfaire Erwartungen, die durch eine zu realistische Gestaltung entstehen könnten. Stattdessen liegt der Fokus auf einer schönen, taktilen Oberfläche, die sensorisch reagiert, sowie auf einem Ausdrucksvermögen durch Bewegungen, da das Gerät nicht spricht. Die KI verarbeitet Sprache und erkennt emotionale Zustände, reagiert jedoch ausschließlich durch Gesten und Aktionen. Hinsichtlich der Datenschutzbedenken betont Angle, dass der gesamte KI-Stack lokal auf dem Roboter läuft. Keine Daten müssen in die Cloud übertragen werden, um grundlegende Funktionen zu gewährleisten. Eine optionale Cloud-Anbindung dient ausschließlich der Weiterentwicklung von Verhaltensweisen und dem Laden neuer Features, wobei der Nutzer die volle Kontrolle behält. Die Branche betrachtet den aktuellen Moment als Wendepunkt für die physische Künstliche Intelligenz. Während viele Entwickler sich auf humanoide Roboter für die Arbeitswelt konzentrieren, zielt Familiar Machines auf den zweithälften Markt der menschlichen Interaktion ab, der ein Potenzial von zwei Billionen Dollar aufweisen soll. Durch die Kombination von taktiler Interaktion, physischer Mobilität und moderner Generativer KI will das Unternehmen eine neue Kategorie von Begleitrobotern erschaffen, die bisher in dieser Form nicht existierten.
