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OpenAI baut Roboterlabore aus – mit menschlicher Steuerung und Datenjagd

Seit Anfang 2025 hat OpenAI eine erneute, diskrete Offensive im Bereich der Robotik gestartet, die weitreichende Implikationen für die Zukunft künstlicher Intelligenz und physischer Interaktion mit der Welt haben könnte. Im Zentrum dieser Bemühungen steht ein humanoider Roboterlabor in San Francisco, das sich in derselben Etage wie die Finanzabteilung befindet und mittlerweile auf rund 100 Datenkollektoren angewachsen ist. Diese Mitarbeiter nutzen 3D-gedruckte Steuerungseinheiten namens GELLO, um zwei Franka-Roboterarme zu betreiben – metallische, präzise Arme mit Greifern, die Alltagsaufgaben wie das Einlegen von Brot in einen Toaster oder das Falten von Wäsche ausführen. Der Fokus liegt zunächst auf der Teleoperation: Menschen führen Bewegungen vor, die die Roboter nachahmen lernen. Seit Februar 2025 hat sich die Laboreinheit mehr als vervierfacht, und im Dezember kündigte OpenAI an, in Richmond, Kalifornien, ein zweites Labor zu eröffnen. Im Gegensatz zu Auftritten von Unternehmen wie Tesla, die spektakuläre Demonstrationen mit vollständigen humanoiden Robotern präsentieren – oft gesteuert durch Motion-Capture-Anzüge und VR-Brillen – verfolgt OpenAI einen zurückhaltenderen, datengetriebenen Ansatz. Statt teure, komplexe Systeme einzusetzen, setzt das Unternehmen auf eine kostengünstige, skalierbare Methode: Menschen operieren Roboterarme über einfache Controller, wobei jede Bewegung direkt auf den Roboter übertragen wird. Diese Strategie entspricht einer 2023 veröffentlichten Studie der University of California, Berkeley, die einen ähnlichen Ansatz zur Datensammlung vorgestellt hatte. Ein Forscher aus diesem Team ist seit August 2024 bei OpenAI tätig und arbeitet an „Building the Robot Brain“. Die Daten werden kontinuierlich gesammelt – drei Schichten am Tag, mehrere Dutzend Arbeitsstationen – und dokumentiert, wobei die Qualität der „guten Stunden“ als Leistungskennzahl dient. Die gesammelten Bewegungsdaten dienen nicht nur der direkten Steuerung, sondern auch der Simulation und dem Training von KI-Modellen. OpenAI nutzt zudem sein Wissen aus ChatGPT, um Roboter zu lehren, Befehle zu verstehen und die Welt kontextuell zu interpretieren. Die Firma hat zudem bereits in Roboter-Startups wie Figure, 1X und Physical Intelligence investiert, obwohl das Partnerschaftsprojekt mit Figure 2025 beendet wurde. Obwohl OpenAI mittlerweile mehrere Dutzend Ingenieure im Roboterbereich beschäftigt, ist das Projekt nach Einschätzung von Experten wie Jonathan Aitken von der University of Sheffield „sehr früh in der Entwicklung“. Die Technik ist zwar flexibel und konfigurierbar, aber die Übertragung dieser Daten in eine funktionsfähige, selbstständige humanoiden Maschine bleibt ungewiss. „Die große Herausforderung ist nicht die KI, sondern die Daten“, sagt Aitken. „OpenAI versucht, die gleiche Skalierung wie bei Sprachmodellen zu erreichen – aber ob das klappt, ist noch nicht bewiesen.“ Industrielle Beobachter sehen in OpenAIs Ansatz zwar einen kosteneffizienten und praktikablen Weg, aber auch eine Limitierung: Die Abhängigkeit von menschlicher Kontrolle und die Notwendigkeit, Bewegungen zu „mimicken“ statt zu verstehen, könnte die Entwicklung von echtem autonomen Verhalten behindern. Dennoch zeigt der Schritt in die Robotik, dass OpenAI nicht nur an der Software, sondern auch an der physischen Ausführung seiner KI arbeitet – und womöglich bald eine neue Phase der „humanoiden Roboter-Revolution“ einleitet, wie Sam Altman bereits vor einem Jahr prognostizierte.

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