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Bluesky stellt KI-App Attie für personalisierte Feeds vor

Das Bluesky-Team hat mit Attie eine neue künstliche Intelligenz eingeführt, die sich nicht auf eine soziale Plattform konzentriert, sondern auf die Erstellung personalisierter Inhalte. Auf der Atmosphere-Konferenz stellten die ehemalige CEO Jay Graber, die nun als Chief Innovation Officer agiert, sowie der CTO Paul Frazee die App erstmals vor. Attie fungiert als KI-Assistent, der es Nutzern ermöglicht, eigene Algorithmen zu entwickeln und benutzerdefinierte Feeds zu gestalten, ohne technisches Vorwissen zu besitzen. Im Gegensatz zu den bisher bekannten Funktionen innerhalb der Bluesky-App handelt es sich bei Attie um ein eigenständiges Produkt, das von Grabers neuem Team entwickelt wurde. Die App nutzt die Technologie von Anthropic unter dem Namen Claude, um eine agenzbasierte soziale Anwendung auf dem AT-Protokoll von Bluesky zu schaffen. Nutzer melden sich für den Zugriff mit ihrem bestehenden Atmosphere-Login an, was einen nahtlosen Datenaustausch innerhalb der offenen Systeme ermöglicht. Durch einfache natürliche Sprachbefehle kann Attie Anfragen verarbeiten und personalisierte Feeds erstellen, die auf den Interessen des Nutzers basieren. Toni Schneider, interimistischer CEO von Bluesky, betont, dass die Technologie den Menschen dienen soll und nicht umgekehrt. Dies markiert einen bewussten Gegenentwurf zu großen Plattformen, die KI oft nutzen, um die Verweildauer der Nutzer zu maximieren und Daten zu ernten. Die erste Phase der Nutzung wird von Konferenzbesuchern als Beta-Tester begleitet. Langfristig plant das Unternehmen, Nutzern zu ermöglichen, soziale Apps selbst zu programmieren und Tools für andere zu entwickeln. Hinter dieser Entwicklung steht auch ein strategischer Rollenwechsel von Jay Graber, die nach eigenen Angaben mehr Zeit für die Produktentwicklung als für das operative Management benötigt. Diese Ausrichtung wurde durch eine zusätzliche Finanzierungsrunde von 100 Millionen US-Dollar untermauert, was dem Unternehmen eine finanzielle Planungssicherheit von über drei Jahren bietet. Schneider, der zuvor bei Automattic tätig war, sieht im AT-Protokoll ein Potenzial, das mit dem WordPress-Ökosystem vergleichbar ist. Durch die Offenheit des Systems sollen sich unabhängige, dezentrale Anwendungen bilden, die zusammenarbeiten und einen großen digitalen Marktplatz erschaffen. Die Finanzierung stammt unter anderem von Investoren, die traditionell im Kryptobereich aktiv waren, wobei das Team jedoch ausdrücklich versichert, dass keine Integration von Kryptowährungen in der Entwicklung stattfindet. Dies diente dazu, Ängsten vor Scams oder der Kommerzialisierung als Zahlungsmittel entgegenzuwirken. Zukünftige Monetarisierungsmodelle für die Plattform und Attie stehen noch nicht fest. Es werden Diskussionen über Abonnements oder Hosting-Dienste für eigene Communities geführt, um das Wachstum des Ökosystems nachhaltig zu finanzieren. Zusätzlich plant das Unternehmen, Privatsphärenfunktionen in das Protokoll zu integrieren. Mit dieser Strategie möchte Bluesky zeigen, dass dezentrale soziale Netzwerke erfolgreich sein können, ohne auf zentrale Kontrolle oder invasive Werbeschaltungen angewiesen zu sein, und stellt damit eine Alternative zu den aktuellen Marktführern in den sozialen Medien dar.

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