OpenAI-CFO bei Goldman-Sachs-Tagung: 700 Mio. Nutzer, 13 Mrd. Umsatz und 500 Mrd. Bewertung
Bei der jüngsten Goldman Sachs-Tech-Konferenz in San Francisco trat OpenAI-CFO Sarah Friar als Hauptrednerin auf und lieferte eine detaillierte Einblicke in das rasante Wachstum des KI-Startups. Die Veranstaltung war so beliebt, dass selbst der Überlaufraum voll besetzt war – viele Analysten und Investoren saßen auf dem Boden, um ihrem Vortrag zu folgen. Friar offenbarte eine Reihe beeindruckender Zahlen: OpenAI operiert nach einer 70/30-Strategie – 70 Prozent des Geschäfts stammen aus dem Consumer-Bereich, 30 Prozent aus dem Enterprise-Segment. ChatGPT erreicht aktuell etwa 700 Millionen durchschnittliche Nutzer pro Woche, während rund vier Millionen Entwickler auf der OpenAI-Plattform Applikationen gebaut haben. Die Zahl der kostenpflichtigen Nutzer von ChatGPT-Produkten liegt bei etwa fünf Millionen. Für das laufende Jahr erwartet OpenAI einen Umsatz von rund 13 Milliarden US-Dollar – ein vierfacher Anstieg gegenüber 2024. Dafür wurden etwa 2,6 Milliarden Dollar in Rechenleistung investiert, was jedoch nach Friars Ansicht durch die steigende Nachfrage und die wachsende Rekurrenz von Einnahmen gerechtfertigt sei: „Das sagt mir, dass wir weiter investieren müssen.“ Ein besonderer Fokus lag auf der Entwicklung der neuen GPT-5-Modelle. Die eingebaute Modellauswahl-Funktion hat dazu geführt, dass mehr Nutzer die reasoning-Fähigkeiten von OpenAI nutzen. Bei GPT-5 beträgt der Anteil an reasoning-basierten Arbeitslasten nun 7 Prozent – gegenüber nur 2 Prozent bei früheren Modellen. Unter Enterprise-Kunden liegt dieser Anteil sogar bei rund 50 Prozent. Gleichzeitig sinken die Inferenzkosten drastisch: Während der GPT-4 noch etwa 33 Dollar pro Token kostete, liegt der Preis für das neu eingeführte GPT-5 Nano bei nur noch 9 Cent pro Token. Friar bezeichnete diesen Fortschritt als „Moore’s Law auf Steroiden“. Zudem verzeichnet OpenAI eine starke Marktdurchdringung im Suchmarkt: Mit einem Anteil von 12 Prozent – gegenüber 6 Prozent Anfang 2025 – wächst die Plattform kontinuierlich. Laut Friar könnte der tatsächliche Marktanteil sogar noch höher sein, da viele Nutzer über konversationelle Schnittstellen suchen, was die klassische Suchstatistik unterbewertet. Auch die Nutzung von ChatGPT zeigt eine deutliche Verschiebung: Während vor drei Monaten noch 15 Prozent der Nutzer aus den USA kamen, sind es nun nur noch 10 Prozent – der Rest der Welt macht 90 Prozent aus. Dies unterstreicht das explosive Wachstum außerhalb Nordamerikas. Ein weiterer interessanter Punkt: Die Finanzabteilung von OpenAI ist laut Friar etwa 18 Prozent kleiner als die von vergleichbaren Unternehmen – dank der intensiven Nutzung von KI-Tools wie Code-Agenten durch die Mitarbeiter. Dies zeigt, wie tief KI in den internen Arbeitsprozessen verankert ist. In der Branche wird Friars Präsentation als signifikantes Signal für die Reifung von OpenAI als profitables, skalierbares Unternehmen gewertet. Experten betonen, dass die Kombination aus massivem Nutzerwachstum, steigenden Enterprise-Anteilen und drastisch sinkenden Kosten die Wettbewerbsposition des Unternehmens stärkt. OpenAI, das mittlerweile mit einer Bewertung von 500 Milliarden Dollar gehandelt wird, steht vor einem entscheidenden Schritt: vom Innovationsführer zum etablierten Tech-Giganten. Die hohe Investitionsbereitschaft und die strategische Nutzung von KI in der eigenen Organisation machen das Unternehmen zu einem Vorbild für andere Tech-Unternehmen.
