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Datenzentren treiben US-Strombedarf an und verzögern Energiewende

Datenzentren treiben den Strombedarf in den USA voran und verzögern den Übergang zu klimafreundlichen Energien, wie eine neue Studie von McKinsey & Company zeigt. Laut dem „Global Energy Perspective 2025“ wird der weltweite Stromverbrauch bis 2050 voraussichtlich sich verdoppeln – vor allem aufgrund des rasanten Ausbaus von Datenzentren, insbesondere im Zusammenhang mit der KI-Revolution in Nordamerika, Westeuropa und China. Die Studie prognostiziert für die Jahre 2022 bis 2030 ein durchschnittliches jährliches Wachstum des Stromverbrauchs durch Datenzentren von 17 % weltweit. In den USA liegt dieser Wert mit 25 % deutlich höher. Bis 2030 könnten Datenzentren mehr als 14 % des gesamten US-Strombedarfs ausmachen – mehr als das Dreifache des Verbrauchs aus dem Jahr 2023 – trotz Verbesserungen durch effizientere Chips und nachhaltigere Infrastruktur. Große Tech-Unternehmen wie Meta, Oracle und Microsoft bauen derzeit massive Datenzentren-Komplexe in Bundesstaaten wie Virginia, Louisiana und Arizona. Die Stromversorger rechnen mit einem zusätzlichen Bedarf von 60 Gigawatt durch Datenzentren bis Ende der Dekade – ausreichend, um sechs Großstädte zu versorgen. Um diesen Bedarf zu decken, beantragen Versorgungsunternehmen die Genehmigung für den Bau neuer Kraftwerke und Hochspannungsleitungen, oft mit Investitionen in mehrere Milliarden Dollar. Diese Projekte stoßen jedoch auf Kritik, da die Kosten häufig auf Haushalte und kleine Unternehmen abgewälzt werden sollen. Im August genehmigten Behörden Entergy Louisiana die Rückvergütung von 5 Milliarden Dollar für den Bau dreier neuer Gas-Kraftwerke, die ein Meta-Datenzentrum in der Region versorgen sollen. Andere Unternehmen gehen einen anderen Weg: Der Stargate-Komplex in Abilene, Texas, der ein Oracle-Datenzentrum mit einer Großanlage für OpenAI-Server beherbergt, wird bereits durch eine eigene Erdgasanlage vor Ort mit Strom versorgt. Die McKinsey-Studie betont, dass fossile Energieträger bis 2050 weiterhin eine zentrale Rolle im Energiemix spielen werden. Neue klimafreundliche Technologien wie Kohlenstoffabscheidung (CCS) und Wasserstoffenergie entwickeln sich langsamer als erwartet und werden in den nächsten Jahrzehnten nur eine geringe Marktanteil haben. Industrielle Experten warnen, dass der rasante Ausbau von Datenzentren die Energiewende gefährdet, wenn keine drastischen Maßnahmen zur Beschleunigung erneuerbarer Energien und zur Optimierung des Energieverbrauchs ergriffen werden. Die Studie unterstreicht die dringende Notwendigkeit, Infrastruktur, Politik und Technologie besser zu koordinieren, um den steigenden Strombedarf nachhaltig zu bewältigen.

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