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Burry warnt vor AI-Blase: ROIC als entscheidender Indikator

Michael Burry, der durch den Film „The Big Short“ weltberühmt gewordene Anleger, warnt vor einer möglichen Blase im KI-Sektor. In einer jüngsten Austausch-Beitrag auf Substack mit dem Tech-Podcaster Dwarkesh Patel betont er, dass der entscheidende Indikator für die Bewertung der KI-Industrie nicht Umsatzwachstum, Personalrekrutierung oder Marktpotenzial sei, sondern der Return on Invested Capital (ROIC). Dieser Maßstab misst, wie effizient ein Unternehmen das eingesetzte Kapital in Gewinn umwandelt. Burry argumentiert, dass die großen Tech-Unternehmen wie Microsoft, Google und Meta historisch durch ihre asset-light-Software-Modelle hohe ROIC-Werte erzielt hätten. Doch mit der KI-Transformation rücke der Fokus zunehmend auf kapitalintensive Bereiche wie Rechenzentren, Speicherchips und Energieversorgung – eine Entwicklung, die die Rentabilität stark beeinträchtigen werde. Burry sieht in der KI-Entwicklung eine Wende, die die langjährige Erfolgsgeschichte der Big Tech in Frage stellt. Selbst wenn KI die Marktpotenziale erweitert, könne ein sinkender ROIC die Aktienkurse langfristig unter Druck setzen. Sein Vergleich der aktuellen KI-Begeisterung mit der Dotcom-Blase der späten 1990er Jahre ist zentral: Er bezeichnet OpenAI als die „Netscape unserer Zeit“, wobei Netscape 1995 mit seinem Börsengang den Hype der damaligen Technologieblase auslöste – fünf Jahre später brach diese jedoch zusammen. Burrys Hedgefonds Scion Asset Management hat nach Angaben einer Registrierung im September 2023 erhebliche Short-Positionen in zwei KI-Top-Unternehmen eingegangen: Nvidia und Palantir. Beide gelten als zentrale Akteure im KI-Ökosystem, doch Burry kritisiert, dass die massiven Investitionen in Infrastruktur bislang keine signifikanten Gewinne abwerfen. Er betont, dass die KI-Entwicklung nur dann wirtschaftlich sinnvoll sei, wenn die Rendite der eingesetzten Mittel die Finanzierungskosten übersteige. Andernfalls entstehe kein echter wirtschaftlicher Mehrwert. Seit dem Schließung seines Fonds für neue Anleger Ende 2023 hat Burry vermehrt öffentlich Stellung bezogen, was eine seltene, aber auffällige Wende in seiner sonst zurückhaltenden Öffentlichkeitsarbeit darstellt. Seine Warnung wird von einigen Analysten als kritische Gegenstimme zur allgemeinen KI-Begeisterung gesehen, während andere die steigenden Investitionen als notwendigen Schritt in eine neue technologische Ära betrachten. Burrys Kritik wirft die Frage auf, ob die aktuelle KI-Explosion auf einer nachhaltigen Geschäftsmodellbasis beruht oder ob sie letztlich der Geschichte der überzogenen Technologie-Hype folgt. Sein Fokus auf ROIC als Schlüsselkennzahl könnte einen Paradigmenwechsel im Investitionsverhalten bewirken – weg von Wachstumsillusionen hin zu echter Rentabilität.

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