Ford folgt Rivian mit neuem KI-Assistenten für Fahrer
Ford hat einen neuen KI-Assistant für Fahrzeuge angekündigt, der als persönlicher Helfer im Alltag der Fahrer fungieren soll. Die erste Version des Assistenten wird bereits in der ersten Hälfte des Jahres über die Ford- und Lincoln-Mobile-Apps bereitgestellt, wie das Unternehmen am Mittwoch bekanntgab. Der KI-Partner soll „tiefe, personalisierte Intelligenz“ bieten, die das Fahrzeug kennt, individuelle Bedürfnisse versteht und sogar Vorlieben im Fahrzeugverhalten vorwegnimmt. Samy Omari, Leiter der Advanced Driver Assist Systems (ADAS) bei Ford, betonte, dass die App-Integration der schnellste Weg sei, um die Technologie an die Kunden zu bringen – schließlich nutzen bereits viele Ford- und Lincoln-Fahrer die Apps. Die In-Car-Integration ist für 2027 geplant und soll schrittweise auf das gesamte Fahrzeugportfolio ausgeweitet werden. Wichtig: Ford wird keine eigene große Sprachmodell-Plattform (LLM) entwickeln, sondern bestehende KI-Modelle von Drittanbietern wie Google, OpenAI oder Meta nutzen. Die KI wird jedoch durch Zugriff auf spezifische Fahrzeugdaten und Nutzerpräferenzen maßgeschneidert. „Wir konkurrieren nicht direkt mit diesen Tech-Riesen, sondern machen die bestehende KI zu etwas Eigenem“, erklärte Omari. Die Ankündigung kommt im Zuge einer Reihe von Innovationen auf der CES 2026 in Las Vegas, wo auch andere Unternehmen wie Zoox, Uber und Nvidia neue Entwicklungen vorstellten. So zeigte Zoox Live-Demonstrationen von Robotaxis, Uber präsentierte das Design seines ersten autonom fahrenden Fahrzeugs in Zusammenarbeit mit Lucid und Nuro, und Nvidia kündigte den neuen offenen KI-Modell „Alpamayo“ für autonome Fahrzeuge an. Auch Rivian hatte im Dezember einen ähnlichen KI-Assistant für seine R1-Modelle angekündigt, der Anfang 2026 als „nächste Generation der Sprachsteuerung“ erscheinen soll und natürliche Sprache wie „Mach es bitte etwas kühler für alle im Innenraum“ verstehen kann. Die Einführung von KI-Unterstützung in Fahrzeugen markiert einen Wendepunkt im Automobilsektor. Branchenexperten sehen darin eine Antwort auf steigende Kundenansprüche nach Personalisierung und Komfort. „Ford und Rivian zeigen, dass die Zukunft der Mobilität nicht nur elektrisch, sondern auch intelligent ist“, sagt ein Analyst von McKinsey. Die Nutzung externer LLMs ist strategisch klug: Sie reduziert Entwicklungskosten und beschleunigt die Markteinführung. Ford positioniert sich damit als Technologie-Partner, nicht als KI-Produzent. Mit einer breiten App-Infrastruktur und einer klaren Roadmap bis 2027 könnte das Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber reinen EV-Herstellern wie Rivian gewinnen, die ihre KI-Systeme oft tiefer in das Fahrzeug integrieren. Die Zusammenarbeit mit etablierten KI-Unternehmen bleibt entscheidend – besonders bei Sicherheit, Datenschutz und kontinuierlicher Verbesserung. Die CES 2026 verdeutlicht, dass die Grenzen zwischen Automobilherstellern und Tech-Unternehmen weiter verschwimmen.
