OpenAI stärkt Enterprise-Expansion mit neuem Chef
OpenAI hat im Jahr 2026 verstärkt auf den Enterprise-Markt gesetzt und dafür eine strategische Führungsumstellung vorgenommen. Der ehemalige Vice President of Post-Training Inference, Barret Zoph, kehrt nach einer kurzen Phase bei Mira Muratis AI-Startup Thinking Machine Labs zu OpenAI zurück, um die Vermarktung von KI-Lösungen an Unternehmen zu leiten. Zophs Rückkehr, bestätigt durch ein internes Memo und Berichte von The Information, markiert einen zentralen Schritt in OpenAIs Bemühungen, angesichts sinkender Marktdominanz in der Unternehmens-KI wieder aufzuholen. Obwohl OpenAI mit ChatGPT Enterprise bereits 2023 früh in den Markt eingestiegen war – vor Anthropic und Google – hat sich die Marktposition verschlechtert. Laut einer Studie des VC-Unternehmens Menlo Ventures sank OpenAIs Anteil am Markt für Unternehmens-LLMs von 50 % im Jahr 2023 auf 27 % Ende 2025. Gleichzeitig hat Anthropic mit einem Marktanteil von 40 % eine dominierende Stellung erreicht, während Google Gemini seinen Anteil von 20 % auf 21 % stabilisiert hat. OpenAIs CEO Sam Altman hatte bereits im vergangenen Jahr interne Bedenken geäußert, dass Google Gemini die eigenen Positionen bedroht. In Reaktion darauf hat CFO Sarah Friar in einem Blogbeitrag betont, dass das Wachstum im Unternehmenssegment 2026 oberste Priorität hat. Ein zentraler Schritt in diese Richtung ist die erweiterte, mehrjährige Partnerschaft mit ServiceNow, die Kunden von ServiceNow Zugang zu OpenAIs KI-Modellen ermöglicht. Zophs Rolle ist entscheidend: Er soll nicht nur Vertrieb und Kundenintegration voranbringen, sondern auch technische und strategische Konsistenz zwischen Produkten und Unternehmensbedürfnissen sicherstellen. Seine Erfahrung in der Nachtrainingsphase von Modellen und seine tiefgreifende Kenntnis der internen Strukturen von OpenAI machen ihn zu einem zentralen Akteur für den geplanten Wachstumsschub. Obwohl die genauen Umstände seines Ausscheidens aus Thinking Machine Labs unklar sind – mit Gerüchten über mögliche Entlassungen oder geplante Rückkehr – gilt Zoph als vertrauenswürdiger Führer in einer Phase, in der OpenAI seine Marktführerschaft neu definieren muss. Die Unternehmen, die OpenAI bisher als Kunden gewinnen konnte – darunter SoftBank, Target und Loewe – zeigen, dass die Basis vorhanden ist. Doch ohne strukturierte, skalierbare Vertriebsstrategien und bessere Integration in Unternehmensinfrastrukturen droht der Rückstand weiter zu wachsen. Industrieanalysten sehen Zophs Rückkehr als positives Signal, das die strategische Klarheit von OpenAI unterstreicht. „Die Entscheidung, einen erfahrenen internen Führungskräfte wie Zoph zu entsenden, zeigt, dass OpenAI nicht mehr nur auf Produktinnovation setzt, sondern auf konkrete Marktdurchdringung“, sagt ein Experte für KI-Strategien bei einem Tech-Thinktank. Zophs Expertise in der Skalierung von Inferenzsystemen könnte entscheidend sein, um die Leistungsfähigkeit von Enterprise-Lösungen zu optimieren. OpenAI bleibt weiterhin der führende Anbieter von KI-Modellen, doch die zunehmende Fragmentierung des Marktes und die wachsende Stärke von Anthropic und Google machen es notwendig, nicht nur technisch, sondern auch strategisch und vertrieblich agil zu sein. Die neue Partnerschaft mit ServiceNow könnte ein Modell für zukünftige Kooperationen sein, die OpenAI helfen, in Branchen wie IT-Service, Finanzen und Einzelhandel tiefer einzudringen.
