AMDs Datenzentrum-Geschäft explodiert mit AI-Hype
AMD befindet sich auf einem beeindruckenden Wachstumskurs im Bereich der KI-Datenzentren und könnte im vierten Quartal 2025 erstmals über 10 Milliarden US-Dollar Umsatz erreichen – ein Meilenstein, der das bisher beste Jahr in der Unternehmensgeschichte markieren würde. Mit einem prognostizierten Jahresumsatz von 34,3 Milliarden Dollar würde AMD nicht nur seine bisher höchsten Umsatzzahlen erreichen, sondern auch eine der profitabelsten Jahre in seiner Geschichte abschließen. Die Erwartungen werden durch die jüngsten Quartalszahlen gestützt: Im dritten Quartal 2025 erzielte AMD einen Umsatz von 9,25 Milliarden Dollar – ein Anstieg um 35,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und 20,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Der operative Gewinn stieg um 61,6 Prozent auf 1,17 Milliarden Dollar, der Nettogewinn um 61,2 Prozent auf 1,24 Milliarden Dollar, unterstützt durch bilanztechnische Vorteile. Ein zentraler Treiber des Erfolgs ist die Datenzentrum-Sparte, die nun bereits neun Quartale lang die größte Einheit von AMD ist. Hier verzeichneten CPU- und GPU-Verkäufe sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch zum Vorquartal deutliche Zuwächse. Besonders bemerkenswert: Die Epyc-CPU-Verkäufe wuchsen schneller als die GPU-Verkäufe – ein seltener Erfolg in einer Welt, die von GPU-Akzeleratoren dominiert wird. Die neuen „Turin“-Prozessoren der 9005-Serie mit mehr Kernen und höheren Durchschnittsverkaufspreisen laufen stark an, während die vorherige Generation „Genoa“ (9004) weiterhin besser als erwartet Absatz findet. Die Instinct-MI300X-GPUs bleiben gefragt, insbesondere bei Hyperskalern für KI-Inferenz, während die Nachfolger MI325X und MI355X bereits in Produktion sind und bis Mitte 2026 weiter skalieren werden. Die Datenzentrum-Sparte erzielte im dritten Quartal 4,34 Milliarden Dollar Umsatz – ein Plus von 22,3 Prozent im Jahrzahlen und 34 Prozent im Quartalsvergleich. Der operative Gewinn lag bei 1,07 Milliarden Dollar (24,7 Prozent der Umsätze). Auf Basis von Aussagen und Marktanalysen schätzen Experten, dass die Epyc-CPU-Verkäufe 2,17 Milliarden Dollar ausmachten – davon 1,61 Milliarden Dollar an Hyperscaler und Cloud-Anbieter. Die Enterprise-Nachfrage stieg um 18 Prozent auf 561 Millionen Dollar. Nach Abzug von DPU- und FPGA-Umsätzen (insgesamt 185 Millionen Dollar) bleiben knapp unter zwei Milliarden Dollar für Instinct-GPUs übrig – ein Wachstum von 20,7 Prozent. Ein weiterer Meilenstein ist die Übernahme des Serverproduktionsgeschäfts von ZT Systems durch Sanmina für 3 Milliarden Dollar. AMD erhält 2,55 Milliarden Dollar in Bargeld und 450 Millionen Dollar an Sanmina-Anteilen, die an den Geschäftsaufkommen gekoppelt sind. Dieses Geschäft wird die Entwicklung von Helios-Racks beschleunigen, die als Open-Compute-Standard etabliert werden. Mit den neuen MI430X- und MI450-GPUs – basierend auf einer neuen Compute-Architektur – will AMD Nvidia herausfordern. Lisa Su betonte, dass diese Produkte die Grundlage für „über 100 Milliarden Dollar Umsatz in den nächsten Jahren“ bilden sollen. Bewertung: Branchenexperten sehen bei AMD einen echten Wandel: Während Nvidia derzeit dominierend ist, könnte AMD durch strategische Partnerschaften – etwa mit OpenAI – und die Integration von Hardware, Software und Systemlösungen in einem einzigen Ökosystem bald eine ernsthafte Alternative werden. Die Kombination aus fortschrittlicher Chip-Architektur, skalierbaren Systemlösungen und einem starken Fokus auf KI-Inferenz könnte AMD bis 2026 zum Marktführer im Datenzentrum-GPU-Bereich machen. Die Übernahme von ZT Systems und die Zusammenarbeit mit Sanmina zeigen zudem eine strategische Verschiebung hin zu einem „Full-Stack“-Anbieter – ein entscheidender Vorteil gegenüber reinen Chip-Herstellern.
