USA eröffnet Ermittlungen bei fast 2,9 Millionen Tesla-Fahrzeugen nach Unfällen mit Autopilot
Die US-amerikanische Nationale Verkehrssicherheitsbehörde (NHTSA) hat eine Untersuchung gegen fast 2,9 Millionen Tesla-Fahrzeuge eingeleitet, nachdem mehrere Unfälle mit dem autonomen Fahrassistenzsystem Full Self-Driving (FSD) in Verbindung gebracht wurden. Die Ermittlungen, die vom Büro für Defektmeldungen der NHTSA geleitet werden, betreffen Fahrzeuge mit den Versionen „FSD (Supervised)“ und „FSD (Beta)“, die beide voraussetzen, dass der Fahrer stets vollständig aufmerksam und in der Lage ist, die Fahrt zu überwachen. Laut einem Dokument der Behörde wurden mehr als 58 Sicherheitsverstöße gemeldet, darunter Fahrzeuge, die durch rote Ampeln fuhren oder in entgegenkommende Fahrspuren wechselten, ohne die Sicherheit zu gewährleisten. In diesen Fällen kam es zu mehr als einem Dutzend Unfällen und Bränden sowie 23 Verletzten. Die NHTSA betont, dass die Systeme nicht als vollständig autonom gelten und der Fahrer stets für die Verantwortung zuständig ist. Die Ermittlungen sollen klären, ob es sich um ein systematisches Sicherheitsrisiko handelt, das möglicherweise zu einem Rückruf führen könnte. Tesla hat sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Die Untersuchung markiert einen weiteren Meilenstein in der zunehmend kritischen Aufmerksamkeit, die autonome Fahrtechnologien weltweit erhalten. Die NHTSA hatte bereits in früheren Jahren FSD-Systeme unter die Lupe genommen, nachdem mehrere Unfälle mit Tesla-Fahrzeugen aufgefallen waren, bei denen die Fahrer auf die Systeme vertrauten, obwohl diese nicht für die volle Autonomie ausgelegt sind. Experten warnen, dass die Grenze zwischen unterstützender Technologie und falscher Sicherheit besonders bei Beta-Tests fließend sein kann. Die aktuelle Untersuchung könnte nicht nur die Zukunft von Teslas FSD-Strategie beeinflussen, sondern auch die regulatorischen Rahmenbedingungen für autonome Fahrzeuge in den USA erheblich verändern. Industriebeobachter sehen die Ermittlung als Signal für eine härtere Regulierung der autonomen Fahrtechnologie. „Die NHTSA reagiert nun auf eine wachsende Zahl von Berichten, die zeigen, dass Nutzer das System überbewerten“, sagt Dr. Lena Müller, Verkehrstechnologin an der University of Michigan. „Es ist entscheidend, dass Hersteller klar kommunizieren, dass FSD kein vollständiger Autopilot ist.“ Tesla, der Marktführer im Bereich Elektrofahrzeuge und autonome Technologie, hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich seine FSD-Software verbessert, doch die Sicherheitsbedenken bleiben bestehen. Die Firma hat bisher mehr als 10 Millionen Fahrzeuge weltweit ausgeliefert, wovon ein Großteil mit FSD-Systemen ausgestattet ist. Sollte die Untersuchung zu einem Rückruf oder strengeren Auflagen führen, könnte dies erhebliche Auswirkungen auf die Fahrzeugentwicklung und die Markteinführung neuer Technologien haben. Die NHTSA hat angekündigt, die Ermittlungen bis Ende 2025 abzuschließen, wobei weitere Details in den kommenden Wochen erwartet werden.
