Amazon Alexa+ im Web verfügbar – später Paywall geplant
Amazon hat seine browserbasierte Version von Alexa, nun unter dem Namen Alexa+, offiziell für die Öffentlichkeit freigegeben, zunächst über eine Early-Access-Website. Die Neuerung ermöglicht es Nutzern, Alexa über einen Webbrowser ohne zusätzliche Geräte zu nutzen – ein Rückkehr zu einer früheren, aber eingestellten Funktion, die 2021 aufgrund geringer Nutzung eingestellt wurde. Mit Alexa+ will Amazon die Interaktion mit seiner Sprachassistentin flexibler gestalten, insbesondere für Nutzer, die keine Echo-Geräte besitzen oder temporär auf eine Sprachsteuerung zugreifen möchten. Die Funktion ist aktuell nur in den USA verfügbar und erfordert ein Amazon-Konto. Über die Webseite kann man Alexa direkt über den Browser ansprechen, um Aufgaben wie Timer einstellen, Nachrichten abrufen, Einkaufslisten verwalten oder Informationen abrufen. Die Erweiterung nutzt die gleiche KI-Infrastruktur wie die Echo-Geräte, wodurch die Reaktionsgeschwindigkeit und Genauigkeit auf hohem Niveau bleiben. Amazon betont, dass die browserbasierte Version künftig erweitert werden soll, etwa mit Funktionen wie Video-Interaktion oder Integration in Drittanbieter-Apps. Wichtig: Obwohl Alexa+ zunächst kostenlos ist, plant Amazon, in Zukunft eine Abo-Gebühr einzuführen. Dieser Paywall-Modell ist Teil einer strategischen Neuausrichtung, bei der Amazon versucht, den Nutzen seiner KI-Technologie auch jenseits physischer Geräte monetarisieren zu können. Die Einführung einer Bezahloption wird voraussichtlich in den nächsten Monaten erfolgen, wobei die genauen Konditionen noch nicht bekannt sind. Die Ankündigung hat bei Tech-Beobachtern gemischt reagiert: Während einige die Flexibilität und den Zugangsweg für neue Nutzer begrüßen, warnen andere vor einem möglichen Rückgang der Nutzung, wenn die Kosten steigen. Alexa+ ist Teil eines größeren Trends bei Tech-Riesen, ihre KI-Ökosysteme über verschiedene Plattformen zu verbreiten – ähnlich wie Google mit Gemini oder Apple mit Siri im Web. Amazon nutzt die Rückkehr zur Browser-Version, um seine Position als führender Anbieter von Sprachtechnologie zu festigen und gleichzeitig neue Einnahmequellen zu erschließen. Die Entwicklung zeigt auch, dass Amazon weiterhin daran arbeitet, Alexa als zentralen digitalen Assistenten über Gerätegrenzen hinweg zu positionieren – auch wenn dies bedeutet, dass die frühere Gratis-Ära bald vorbei sein könnte. In der Branche wird Alexa+ als signifikantes Signal für die Zukunft von Sprachassistenten gesehen: Nicht mehr nur auf Geräten, sondern überall, wo ein Browser läuft. Experten betonen, dass der Erfolg des Modells letztlich von der Benutzererfahrung, der KI-Genauigkeit und der Preisgestaltung abhängen wird. Amazon, das mit Alexa bereits über 100 Millionen Geräte verkauft hat, setzt auf eine Multi-Plattform-Strategie, um die Marktdominanz zu sichern. Die Einführung von Alexa+ könnte somit der Anfang einer neuen Ära für den digitalen Assistenten sein – mit mehr Zugänglichkeit, aber auch mit neuen monetären Erwartungen.
