Altman kritisiert Anthropics ChatGPT-Werbeaktion als irreführend
Sam Altman, CEO von OpenAI, hat auf eine neue Werbekampagne von Anthropic reagiert, die ChatGPT aufs Korn nimmt – und zwar mit einer Mischung aus Anerkennung und Kritik. Obwohl er die Werbung als „lustig“ bezeichnete und selbst gelacht habe, warnte er vor ihrer Deutlichkeit und Täuschung. Die Kampagne, die während des Super Bowl laufen soll, zeigt fiktive Szenen, in denen ein menschlicher Darsteller als Chatbot agiert und plötzlich unpassend Produkte bewirbt – etwa in einem Gespräch über einen Six-Pack-Bauch, bei dem der „Chatbot“ plötzlich eine spezifische Insole mit Rabattcode empfiehlt. Die Werbung macht deutlich, dass „Ads are coming to AI. But not to Claude“ – ohne OpenAI oder ChatGPT direkt zu nennen. Altman betonte, dass OpenAI solche Werbepraktiken niemals nachahmen würde, da sie die Nutzererfahrung gefährden und das Vertrauen untergraben würden. „Wir sind nicht dumm und wissen, dass unsere Nutzer das ablehnen würden“, schrieb er in einem ausführlichen Beitrag auf X (früher Twitter). Er kritisierte, dass die Werbung absichtlich übertrieben und irreführend sei, um OpenAI zu diskreditieren. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass OpenAI sich für breite, fairen Zugang zu KI einsetzt – mit einem kostenlosen Angebot, das bereits von mehr Menschen in Texas genutzt wird als insgesamt alle Nutzer von Claude in den USA. Damit wolle er unterstreichen, dass Anthropic eher ein Produkt für wohlhabende Nutzer anbietet, während OpenAI auf Massenakzeptanz setzt. Beide Unternehmen bieten kostenlose und kostenpflichtige Versionen ihrer KI-Chatbots: OpenAI’s ChatGPT reicht von kostenlos bis 200 USD im Monat, Anthropic’s Claude von kostenlos bis 100 USD. Beide haben auch Unternehmens- und Teampläne. Altman kündigte an, dass OpenAI selbst einen Super-Bowl-Spot veröffentlichen werde, der sich auf Entwickler konzentriere und die Botschaft vermitteln solle: „Jeder kann jetzt alles bauen.“ Die Reaktion von Anthropic blieb bislang aus. Branchenexperten sehen in der Auseinandersetzung ein Symptom der zunehmenden Konkurrenz im KI-Markt, bei der nicht nur technologische, sondern auch ethische und kommunikative Positionen im Fokus stehen. Experten warnen, dass Werbung in KI-Systemen – wenn sie nicht transparent und nutzerzentriert gestaltet ist – das Vertrauen in die Technologie untergraben könnte. Gleichzeitig wird die Strategie von OpenAI, den Zugang zu KI zu verbreiten, als fortschrittlich bewertet, während Anthronics Ansatz als eher elitär und marktstrategisch orientiert gilt. Die Debatte zeigt, dass die Zukunft der KI nicht nur von Leistung und Innovation, sondern auch von Werten wie Zugänglichkeit und Transparenz geprägt sein wird.
