Grindr testet teure AI-Abonnement-Tier mit bis zu 499 Dollar im Monat
Grindr testet derzeit eine hochpreisige Premium-Abonnement-Ebene namens „Edge“, die monatlich bis zu 499,99 US-Dollar kosten könnte. Laut Angaben an Business Insider befindet sich das Feature in einer frühen Pilotphase und wurde zunächst in Australien und Neuseeland eingeführt, bevor es nun in ausgewählten US-Städten getestet wird. Die Preise variieren dabei stark und werden individuell angeboten – Screenshots zeigen monatliche Gebühren von 349,99 und 499,99 Dollar, was einem Jahresbetrag von 4.199 bis 5.999 Dollar entspricht. Im Gegensatz dazu kostet die bisher teuerste Stufe, Grindr Unlimited, laut App Store zwischen 27,99 und 44,99 Dollar pro Monat. Zu den zentralen KI-Features von Edge gehören „Discover“ (personalisierte Matches), „Insights“ (eine Vorhersage, ob ein Nutzer Interesse hat, bevor man Nachrichten sendet) und „A-List“ (eine Empfehlungsliste für alte Chats). Zudem enthält Edge alle Funktionen von Grindr Unlimited, darunter die vollständige Werbefreiheit. Die Einführung von Edge ist Teil einer strategischen Ausrichtung, mit der Grindr die App intelligenter, schneller und nutzergerechter machen will – unter dem Motto „gAI“ („gay-I“), also „gay Artificial Intelligence“. Die Preisstrategie ist jedoch umstritten, besonders im Vergleich zu Konkurrenten wie Tinder, Hinge und Bumble, deren teuerste Abonnements bei 49,99, 54,99 bzw. 99,99 Dollar liegen. Grindrs eigene Preise variieren ebenfalls je nach Nutzer, was eine direkte Vergleichbarkeit erschwert. Die Einführung des Edge-Tiers erfolgt jedoch zu einem kritischen Zeitpunkt: Die Aktie des Unternehmens ist in den letzten sechs Monaten um 38,06 Prozent gefallen, nachdem sie über zwei Jahre lang nach dem Börsengang zumindest stabil war. Dies deutet auf ein dringendes Bedürfnis nach Neuausrichtung und Wachstum. Industriebeobachter sehen in Edge eine riskante, aber möglicherweise bahnbrechende Innovation. „Es ist mutig, so hohe Preise für KI-Funktionen zu verlangen, besonders in einem Markt, der bereits durch Preissensibilität geprägt ist“, sagt ein Analyst von TechInsight. „Aber wenn Grindr wirklich eine neue Art der Verbindung über KI schafft, könnte das eine neue Kategorie für Dating-Apps öffnen.“ Grindr, das rund 15 Millionen monatliche aktive Nutzer zählt, positioniert sich damit als Pionier im Bereich KI-gestützter LGBTQ+-Interaktionen – auch wenn die Akzeptanz der Preise noch ungewiss ist.
