Owkin nähert sich biologischen Durchbrüchen mit neuer KI-Infrastruktur an
Owkin, ein seit zehn Jahren tätiges AI-Unternehmen mit 300 Millionen US-Dollar an Finanzierung, hat auf der JPM Healthcare Conference 2026 in San Francisco die Einführung seiner agentenbasierten Infrastruktur für Biologie angekündigt. Ziel ist es, die Forschung in der Medizin und Pharmazie durch künstliche Intelligenz zu beschleunigen. Die neue Plattform nutzt millionenfach trainierte, multimodale AI-Agenten, die auf umfangreichen, realweltbezogenen Patientendaten aus über 800 Krankenhäusern in verschiedenen Geografien basieren – eine einzigartige Datenbasis, die über einen Zeitraum von zehn Jahren gesammelt wurde. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen, die sich auf Laborforschungsdaten konzentrieren, legt Owkin den Fokus auf klinisch relevante, patientenbasierte Informationen, um genauere und realitätsnahe Erkenntnisse über menschliche Krankheiten zu gewinnen. Die AI-Agenten können Biomarker identifizieren, komplexe Datensätze interpretieren und Entscheidungen bei klinischen Studien unterstützen – alles unter Wahrung des Datenschutzes und der Dateneigentümerrechte. Die agentechnische Architektur ermöglicht eine nahtlose Integration in bestehende Forschungsplattformen und verbindet Daten aus Krankenhäusern, Laboren und akademischen Einrichtungen direkt mit der pharmazeutischen Industrie. „Dies ist ein grundlegender Wandel für die Nutzung von KI in der Arzneimittelentwicklung“, betont Thomas Clozel, Co-Gründer und CEO von Owkin. „Jetzt können Unternehmen weltweit spezialisierte Agenten nutzen, um Forschung, Analyse und klinische Entscheidungen schneller und effizienter zu gestalten.“ Ein zentrales Element der neuen Infrastruktur ist das Projekt Pathology Explorer, ein Agent aus der K Pro-Community für Biologie, der nun über Claude for Healthcare and Life Sciences von Anthropic verfügbar ist. Der Agent baut auf dem HIPE-Modell (Histo Interpretability Prediction Engine) auf und erreicht eine Klassifizierungsgenauigkeit um 23,7 Prozent höher als vergleichbare Modelle, dabei mit nur einem Fünftel der Parameter. Die Berechnungszeit sinkt von Wochen auf Stunden – ein entscheidender Fortschritt für die praktische Anwendung in der Pathologie. Owkin verfolgt mit seiner Strategie das langfristige Ziel, Biologische Künstliche Superintelligenz (Biological Artificial Super Intelligence, BASI) zu entwickeln – eine KI, die in der Lage ist, die gesamte Komplexität biologischer Systeme zu verstehen und zu erklären. Dazu kombiniert das Unternehmen fortschrittliche große Sprachmodelle, multimodale Patientendaten und agentechnische Software. Kernstück ist Owkin K, ein AI-Copilot, sowie OwkinZero, ein auf Biologie spezialisiertes LLM, das Forschern, Klinikern und Arzneimittelentwicklern hilft, Hypothesen zu überprüfen und neue Diagnosen sowie Therapien schneller zu entwickeln. Mit diesen Innovationen und strategischen Partnerschaften, darunter die Zusammenarbeit mit Anthropic, positioniert sich Owkin als zentraler Akteur im globalen Gesundheitsökosystem. Die neue Infrastruktur soll nicht nur die Arzneimittelentwicklung beschleunigen, sondern auch die Erfolgsrate klinischer Studien erhöhen und letztlich schneller wirksame Behandlungen für Patienten ermöglichen.
