Big Tech treibt AI-Ausgaben trotz Bubbelfurcht voran
Große Technologieunternehmen wie Google, Microsoft und Meta bestätigen mit massiven Investitionen in künstliche Intelligenz (KI), dass sie an der Technologie festhalten – trotz wachsender Bedenken über eine mögliche KI-Blase. Google erhöhte seine Kapitalausgabenprognose für 2024 von 85 auf 91 bis 93 Milliarden US-Dollar, da die Nachfrage nach Cloud-Diensten und KI-Infrastruktur weiter steigt. CEO Sundar Pichai betonte, dass die Investitionen darauf abzielen, Kundenbedürfnisse zu erfüllen und neue Wachstumsmöglichkeiten zu nutzen. Microsoft verzeichnete im Quartal Kapitalausgaben von 34,9 Milliarden Dollar – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 24,2 Milliarden im Vorquartal – und kündigte an, 2026 mehr auszugeben als 2025, insbesondere für GPUs und CPUs. Die Umsätze stiegen um 18 % auf fast 78 Milliarden Dollar. Meta erhöhte seine Prognose für 2025 auf 70 bis 72 Milliarden Dollar (früher: 66 bis 72 Milliarden) und bestätigte, dass der KI-Ausbau 2026 weiter ansteigen wird, vor allem durch steigende Infrastrukturkosten. Der Umsatz lag bei 51,2 Milliarden Dollar, knapp über den Erwartungen der Analysten. Diese Investitionen in KI-Infrastruktur – insgesamt auf über 320 Milliarden Dollar für 2025, wenn man Amazon einbezieht – übertreffen das Bruttoinlandsprodukt Finnlands und nähern sich dem Gesamtumsatz von ExxonMobil im Jahr 2024 an. Die Zahlen stützen die These, dass die Nachfrage nach KI-Technologie real ist. Analyst Gil Luria von DA Davidson sieht beides: Einerseits eine gesunde Nachfrage, die durch reale Anwendungen getragen wird, andererseits „bubbalische“ Phänomene wie spekulative Kreditaufnahmen in Milliardenhöhe und zirkuläre Investitionen, etwa, dass Nvidia in den Cloud-Anbieter CoreWeave investiert. Solche Muster könnten Risiken für Unternehmen am Rande der Kette bergen. Der CEO von Nvidia, Jensen Huang, hatte bereits vorab mitgeteilt, dass sein Unternehmen 500 Milliarden Dollar an KI-Chip-Aufträgen verzeichne – ein Indiz für die enorme Skalierung der Nachfrage. Portfoliomanager Jacob Sonnenberg von Irving Investors bezeichnete die jüngsten Zahlen als Bestätigung dieser Entwicklung. Trotzdem warnt er, dass solche Investitionen nicht endlos fortgesetzt werden können. Die Unsicherheit über den Zeitpunkt eines möglichen Abschwungs belastet die Markterwartungen. Hinweise auf eine Verlangsamung der Nutzerwachstumsraten bei OpenAI, die durch Apptopia dokumentiert wurden, erhöhen die Sorge. Luria betont, dass die großen Tech-Unternehmen selbst die Folgen einer möglichen Blasenplatze kaum spüren werden – sie verfügen über riesige Nutzerbasen und interne Nutzungsmöglichkeiten für Rechenleistung. Die wahren Risiken liegen bei kleineren Anbietern wie CoreWeave oder Oracle, die mit überdimensionierter Infrastruktur zurückbleiben könnten, ohne ausreichende Nachfrage. Die KI-Revolution ist also im Gange – aber die Risiken lauern nicht bei den Tech-Riesen, sondern bei denjenigen, die sie mitfinanzieren.
