Nvidia finanziert xAI-Projekt mit 20 Milliarden Dollar und GPU-Lieferungen
Elon Musk’s artificial intelligence startup xAI ist in Gesprächen über eine umfassende Finanzierung von rund 20 Milliarden US-Dollar, bei der Nvidia eine zentrale Rolle spielt. Laut Bloomberg soll das Kapital aus einer Kombination von 7 bis 8 Milliarden Dollar an Eigenkapital und bis zu 12 Milliarden Dollar an Schulden bestehen, die über eine Spezialgesellschaft abgewickelt werden. Diese Gesellschaft wird Nvidia-GPUs kaufen und sie an xAI vermieten. Nvidia selbst soll bis zu zwei Milliarden Dollar in das Eigenkapital investieren, was die Finanzierung nicht nur ermöglicht, sondern auch eine enge strategische Verbindung zwischen beiden Unternehmen festigt. Die Chips sollen für den Betrieb von Colossus 2, xAI’s 100-Megawatt-Standort in Memphis, genutzt werden, der Anfang des Jahres in Betrieb ging. Musk plant, die GPU-Anzahl dort auf 200.000 zu verdoppeln. Die Transaktion stellt einen bemerkenswerten Schritt dar, da sie eine Art „Schleife“ im AI-Ökosystem darstellt: Nvidia finanziert indirekt die Nutzung seiner eigenen Chips, erhält gleichzeitig Zugang zu einem der ambitioniertesten AI-Trainingssysteme in den USA und sichert sich Priorität bei der Chiplieferung in einer Zeit knapper Verfügbarkeit. Bereits im September hatte Musk Gerüchte über eine 10-Milliarden-Dollar-Finanzierung bei einer Bewertung von 200 Milliarden Dollar als „Falschmeldung“ zurückgewiesen. Die aktuelle Vereinbarung ist jedoch komplexer und enger mit Nvidia verknüpft, was die Glaubwürdigkeit der neuen Nachricht erhöht. Reuters bestätigte, dass die Chips für den Memphis-Standort bestimmt sind. Kritiker sehen darin ein Muster der „zirkulären Finanzierung“ im AI-Sektor, bei der Unternehmen mit eigenen Investitionen in Hardware und Energieinfrastruktur ihre Skalierbarkeit sichern. Ein besonderes Problem ist die Energieversorgung. xAI nutzt große Erdgasturbinen, um den Strombedarf zu decken, obwohl die permanente Stromnetzinfrastruktur noch nicht vollständig ausgebaut ist. Der Southern Environmental Law Center (SELC) kritisiert, dass der Betrieb von Turbinen ohne vollständige Genehmigungen erfolgt. Zudem wird ein zweiter Standort in Memphis geprüft, der zwischen 40 und 90 Turbinen beherbergen und bis zu 1,5 Gigawatt Strom erzeugen könnte – weit mehr als derzeit benötigt. Dies deutet auf eine Strategie hin, die auf Eigenversorgung setzt, um Netzbeschränkungen zu umgehen, auch wenn dies Umwelt- und Genehmigungsfragen aufwirft. Sollte die Finanzierung abgeschlossen werden, verfügt xAI nicht nur über die notwendige Hardware, sondern auch über erhebliche operative Unabhängigkeit bei der Nutzung. Für Nvidia bedeutet dies einen strategischen Vorteil in der AI-Hardware-Lieferkette und eine stärkere Marktposition in der Konkurrenz um die besten Kunden. Die Entwicklung unterstreicht den zunehmenden Einfluss von Hardware- und Energieinfrastruktur auf die Skalierung von KI-Systemen – und die wachsende Abhängigkeit von Unternehmen wie Nvidia, die nicht nur Chips, sondern auch die Rahmenbedingungen für deren Einsatz bereitstellen.
