HyperAIHyperAI

Command Palette

Search for a command to run...

Deutschlands Tech-Minister ruft zu mehr Mut und weniger Regulierung auf

Bei der Welt AI Summit in Berlin am 25. September 2025 trat Bundesminister Karsten Wildberger als treibende Kraft für eine neue Ära der digitalen Transformation in Deutschland auf. Als erster Bundesminister für digitale Transformation und Regierungsmodernisierung – eine neu geschaffene Position – setzte er mit seiner Ansprache ein deutliches Signal: Deutschland muss seine Innovationskraft freisetzen. Nach dem Auftritt von Sam Altman, der die Menge mit Visionen für die Zukunft der KI begeisterte, übernahm Wildberger das Podium und forderte eine radikale Lockerung von bürokratischen Hemmnissen. „Wir müssen die Tore öffnen und unsere Unternehmen viel, viel schneller innovieren lassen“, betonte er vor der digitalen Elite im Axel Springer-Haus. Wildberger, kein Karrierepolitiker, sondern ehemaliger Tech-Manager, positioniert sich als pragmatischer Regulator. Sein Ansatz unterscheidet sich deutlich von der klassischen europäischen Vorsorge-Logik. Während die EU 2021 die KI-Verordnung verabschiedete – mit strengen Regeln für Hochrisikowendungen und Verbote wie soziale Bewertung – sieht er darin eine Hemmschwelle für Startups. „Wir regulieren, bevor es einen Markt gibt“, warnte er. Die Folge: Innovation verlagert sich ins Ausland, während deutsche Unternehmen mit hohen Compliance-Kosten belastet werden. Stattdessen plädiert er für eine „Markt-first“-Strategie: Regulierung erst, wenn Produkte existieren und sich bewähren. Doch Wildberger ist kein Verfechter von Wildwest-Regulierung. Sein Leitmotiv ist nicht der Abbau, sondern die intelligente Optimierung. Mit dem Versprechen, „kein Kettensägenmann, sondern ein Werkzeugkasten-Experte“ zu sein, will er bürokratische Lasten abbauen, ohne die Sicherheit zu gefährden. Er betonte das hohe Potenzial Deutschlands: dichte Netzwerke aus Universitäten, Forschungsinstituten und Industriegiganten, die technische Talente hervorbringen. Gegen die verbreitete Niederlage-mentalität – „Wir haben den Zug verpasst“ – warnte er: „Wir haben noch Zeit, noch Ressourcen, noch Chancen.“ Besonders kritisch sieht er die Konkurrenz auf dem Gebiet der Großmodellen (Foundation Models), die von den USA und China dominiert wird. Stattdessen schlägt er eine andere Strategie vor: Deutschland soll sich auf die Entwicklung von Anwendungen und Dienstleistungen auf Basis bestehender Modelle konzentrieren und diese massiv in Wirtschaft und Gesellschaft integrieren. Der Fokus liegt nicht auf der Grundlagenforschung, sondern auf der praktischen Umsetzung. Seine Ansprache endete mit einem Aufruf zur Selbstüberwindung: „Meine letzte Hoffnung ist, dass dieses Land, das so viel Potential hat, endlich anders über sich selbst spricht.“ Er warnte davor, mit negativen Erwartungen in den Tag zu starten – denn das prägt den Tag. Mit einer Mischung aus Überzeugung, sachlicher Kritik und positiver Energie will Wildberger die deutsche Techniklandschaft aus ihrer Lethargie holen. Sein Ziel: eine Kultur des Vertrauens in die eigene Innovationskraft. Industriebeobachter sehen in Wildberger eine Schlüsselfigur für die digitale Zukunft Deutschlands. Sein Hintergrund in der Technikbranche verleiht ihm Glaubwürdigkeit, während seine pragmatische Haltung die Gefahr eines überzogenen Regulierungsdrucks mindern könnte. Als ehemaliger Executive bei Unternehmen wie SAP und Deutsche Telekom bringt er nicht nur politische, sondern auch praktische Erfahrung mit. Seine Initiative könnte entscheidend dafür sein, ob Deutschland im globalen KI-Wettlauf nicht nur mithalten, sondern mitgestalten kann.

Verwandte Links

Deutschlands Tech-Minister ruft zu mehr Mut und weniger Regulierung auf | Aktuelle Beiträge | HyperAI