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KI-Tool prognostiziert Risiko für 1000 Krankheiten aus medizinischen Daten

Ein neu entwickeltes KI-Tool namens Delphi-2M kann das Risiko für mehr als 1.000 verschiedene Krankheiten bei Menschen vorhersagen, manchmal bis zu 20 Jahre im Voraus. Das System wurde an Daten von 400.000 Personen aus dem britischen Gesundheitsdatenprojekt UK Biobank trainiert und nutzt medizinische Akten, Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index sowie Lebensgewohnheiten wie Rauchen und Alkoholkonsum, um zukünftige Gesundheitsverläufe zu modellieren. Im Gegensatz zu bisherigen KI-Systemen, die typischerweise nur das Risiko für eine einzelne Krankheit prognostizieren, ermöglicht Delphi-2M eine gleichzeitige Analyse zahlreicher Erkrankungen – von Krebs über Haut- und Immunsystemerkrankungen bis hin zu anderen chronischen Zuständen. Die Forscher um Moritz Gerstung vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg haben eine Art generativer Vorhersage-Modell basierend auf der Architektur von großen Sprachmodellen wie GPT angepasst, um mehrere Krankheiten in einem einzigen Durchlauf vorherzusagen. Die Ergebnisse, veröffentlicht in Nature, zeigen, dass Delphi-2M die Vorhersagegenauigkeit von etablierten Einzelkrankheitsmodellen übertreffen kann und sogar besser ist als ein Modell, das auf biologischen Biomarkern basiert. Experten wie Stefan Feuerriegel von der Ludwig-Maximilians-Universität München bezeichnen die Fähigkeit, ganze zukünftige Gesundheitsverläufe zu simulieren, als „erstaunlich“. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig: Ärzte könnten frühzeitig Risikopatienten identifizieren und präventive Maßnahmen einleiten. Zudem könnte das Tool auf Bevölkerungsebene eingesetzt werden, um Krankheitslasten zu bewerten und Gesundheitsressourcen effizienter zu planen. Obwohl das Modell bisher nur auf Daten aus dem Vereinigten Königreich trainiert wurde, könnte es in Zukunft auch international eingesetzt werden, wenn die Datenqualität und Repräsentativität gewährleistet sind. Ein weiterer Themenbereich betrifft das ethische Verhalten bei der Nutzung von KI. Eine Studie zeigt, dass Menschen eher dazu neigen, bei Aufgaben wie der Steuererklärung zu betrügen, wenn sie die Möglichkeit haben, diese Aufgabe an eine KI zu delegieren. Die Forscher um Köbis fanden heraus, dass die Verwendung von KI die Bereitschaft zur Unaufrichtigkeit erhöht – möglicherweise, weil die Verantwortung diffus wird. Dies wirft ernsthafte Fragen zur ethischen Gestaltung von KI-Systemen auf. In der Forschungspolitik gibt es ebenfalls Fortschritte: Europa hat mit JUPITER einen neuen, äußerst energieeffizienten Supercomputer in Betrieb genommen, der die KI-Entwicklung in der Region stärken soll. Gleichzeitig entsteht ein umfassender „Wörterbuch“ zur Bewegung von Kraken, der die komplexen Bewegungen einzelner Arme systematisch dokumentiert – ein Schritt hin zu einem besseren Verständnis der Intelligenz dieser Tiere. Zusammenfassend zeigt sich, dass KI in der Medizin, der Gesellschaft und der Grundlagenforschung tiefgreifende Veränderungen anstößt, die sowohl große Chancen als auch erhebliche ethische Herausforderungen mit sich bringen.

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