OpenAI könnte bis 2030 25 Milliarden Dollar Werbeeinnahmen generieren
OpenAI plant, ab 2026, mit der Einführung von Werbung in ChatGPT einen neuen Wachstumspfad, der bis 2030 jährlich über 25 Milliarden US-Dollar an Werbeeinnahmen generieren könnte, schätzt der renommierte Tech-Analyst Mark Mahaney von Evercore ISI. Die Ankündigung von OpenAI, ab sofort Testanzeigen für kostenlose und Go-Nutzer in ChatGPT einzuführen, markiert einen entscheidenden Schritt in Richtung Monetarisierung. Die Anzeigen sollen am unteren Rand der Antworten erscheinen und auf den aktuellen Gesprächsverlauf abgestimmt sein, wobei OpenAI betont, dass sie klar gekennzeichnet und ohne Weitergabe von Nutzerdaten an Werbetreibende ausgespielt werden. Mahaney sieht in dieser Strategie eine plausible Chance, bereits 2026 mehrere Milliarden Dollar an Werbeeinnahmen zu generieren, mit einem exponentiellen Anstieg bis 2030. Diese Prognose basiert auf der bereits enormen Nutzerbasis von ChatGPT – fast eine Milliarde aktive Nutzer pro Woche – sowie auf dem hohen Nutzungsintention, den Nutzer durch ihre Fragen und Interaktionen signalisieren. Diese Art von „intent-basierten“ Daten ist das Fundament der digitalen Werbeindustrie, wie sie Google und Meta erfolgreich nutzen. OpenAIs Umsatz ist bereits rasant gewachsen: CFO Sarah Friar berichtete kürzlich, dass der jährlich umgerechnete Umsatz 2025 bei über 20 Milliarden Dollar lag – ein Anstieg von nur zwei Milliarden im Jahr 2023. Trotzdem bleibt die Gewinnspanne unklar, da die Unternehmensverluste weiterhin hoch sind. Werbung könnte hier eine Schlüsselrolle spielen, um sowohl die Einnahmen als auch die Rentabilität zu steigern. Verglichen mit den 300 Milliarden Dollar Werbeeinnahmen von Googles Such- und YouTube-Plattformen sowie den 180 Milliarden Dollar von Meta im Jahr 2025, ist OpenAIs Ziel ambitioniert, aber nicht unrealistisch, insbesondere wenn es gelingt, werbewirksame, nicht störende Inhalte zu integrieren. Mahaney warnt jedoch vor zu schnellen Erwartungen: Obwohl ChatGPT eine hochinteressante Plattform für Werbetreibende darstellt, wird es OpenAI schwerfallen, Googles dominante Stellung in der Suchmaschinenwelt schnell zu untergraben. Die Markenbindung, das breite Ökosystem (z. B. Chrome) und die Gewohnheiten der Nutzer bleiben bedeutende Hürden. Dennoch könnte OpenAI durch eine „konversationelle Werbeform“ – bei der Nutzer innerhalb von ChatGPT Produkte recherchieren und diskutieren – eine neue Art der Werbeinteraktion schaffen, die für Werbetreibende besonders attraktiv ist. Solche hochintentionalen Interaktionen könnten Werbebudgets von Google wegziehen. Insgesamt stellt die Werbeoffensive von OpenAI eine strategische Wende dar, die nicht nur das Geschäftsmodell des Unternehmens verändert, sondern auch die gesamte digitale Werbewelt herausfordert. Die Realisierung hängt jedoch von der Balance zwischen Nutzererfahrung, technischer Umsetzung und Marktdurchdringung ab.
