Microsoft baut weltgrößtes AI-Datenzentrum in ehemaliger Foxconn-Fabrik
Microsoft hat angekündigt, dass es mit dem Bau des Fairwater-AI-Datenzentrums in Wisconsin im Jahr 2026 beginnen wird – einem Projekt, das das Unternehmen als „mächtigste KI-Infrastruktur der Welt“ bezeichnet. Der $3,3-Milliarden-Bau wird auf dem ehemaligen Standort einer von Foxconn geplanten, aber 2018 aufgegebenen LCD-Fabrik errichtet, die 2017 als großes Wirtschaftsversprechen für die Region verkündet worden war, später jedoch als gescheitert gilt. Das neue Datacenter erstreckt sich über 315 Hektar und umfasst drei Gebäude mit insgesamt 1,2 Millionen Quadratmetern Nutzfläche. In den Hallen werden „hunderttausende“ Nvidia-GB200-GPUs untergebracht, die über eine Dateninfrastruktur aus Lichtwellenleitern miteinander verbunden sind – die Gesamtlänge des Fasernetzwerks entspricht rund 4,5 Mal der Erdumfang. Laut CEO Satya Nadella ist die Rechenleistung dieser GPU-Cluster zehnmal höher als die des derzeit leistungsstärksten Supercomputers und soll die KI-Trainingsprozesse von Microsoft erheblich beschleunigen. Neben dem Hauptstandort in Wisconsin befinden sich mehrere weitere Fairwater-Datenzentren in Bau in verschiedenen Regionen der USA. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Nachhaltigkeit: Microsoft betont, dass das Datacenter über ein geschlossenes Kühlungssystem verfügt, das Wasserverluste minimiert. Das System muss nur einmal befüllt werden und bleibt danach abgeschlossen, wodurch Verdunstung und Wasserverbrauch nahezu ausgeschlossen sind. Diese Maßnahme ist besonders relevant, da KI-Infrastrukturen oft mit hohem Energie- und Wasserverbrauch verbunden sind. Bei der Ankündigung legte Microsofts Vizepräsident und Präsident besonderen Wert auf die ökologischen Aspekte, was die wachsende Aufmerksamkeit für die Umweltauswirkungen von KI-Infrastrukturen widerspiegelt. Die Umwidmung des verwaisten Foxconn-Geländes in ein modernes, energieeffizientes KI-Zentrum markiert einen strategischen Schritt in Microsofts Ausbau der globalen Cloud- und KI-Infrastruktur. Es zeigt zudem, wie aus gescheiterten industriellen Projekten neue Technologiezentren entstehen können – eine Entwicklung, die sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Implikationen hat. Experten sehen in dem Projekt einen Meilenstein für die Skalierung von KI-Infrastrukturen in Nordamerika und betonen, dass die Kombination aus hoher Rechenleistung und nachhaltiger Technologie entscheidend für die Zukunft der digitalen Wirtschaft sei. Microsoft positioniert sich damit weiterhin als führender Akteur im Wettlauf um KI-Hardware und -Infrastruktur, während die Branche zunehmend auf Effizienz und Umweltverträglichkeit setzt.
