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AI-Agenten verändern Enterprise-SaaS – Box-Chef sieht Hybriden zukünftig

Aaron Levie, Mitbegründer und CEO von Box, ging auf der TechCrunch Disrupt 2025 Konferenz darauf ein, wie Künstliche Intelligenz die Landschaft des Enterprise-SaaS grundlegend verändert. Er geht davon aus, dass KI-Agenten nicht die klassischen SaaS-Plattformen ersetzen werden, sondern vielmehr als Ergänzung dazu fungieren werden. Laut Levie bleibt die Kerninfrastruktur von Geschäftsprozessen weiterhin auf deterministischen, regelbasierten Systemen aufgebaut – vor allem, weil die Risiken bei nicht vorhersehbaren Aktionen durch KI-Agenten hoch sind. Er warnte vor Sicherheitsvorfällen wie Datenlecks oder unbeabsichtigten Änderungen in Produktionsumgebungen, die bereits durch Agenten verursacht wurden. Daher müsse es eine klare Trennung geben zwischen der stabilen, kontrollierten SaaS-Software und der flexiblen, aber weniger vorhersehbaren KI-Steuerung – ein „Kirche und Staat“-Modell. In seiner Vision wird die SaaS-Plattform weiterhin als zentrale Arbeitsplattform für kritische Geschäftsabläufe dienen, während KI-Agenten darauf aufsetzen, um Entscheidungen zu unterstützen, Workflows zu automatisieren und die Effizienz zu steigern. Diese Entwicklung führt zu einem fundamentalen Umdenken im Geschäftsmodell: Statt nach „Seats“ (Benutzerlizenzen) zu verkaufen, müssten Unternehmen künftig nach Nutzungsvolumen oder Konsumption modellieren. Levie prognostiziert, dass es in Zukunft bis zu tausendmal mehr KI-Agenten als Menschen geben könnte – was die Zahl der Nutzer einer Plattform explosionsartig erhöht. Das macht das klassische Seat-basierte Modell obsolet und eröffnet Raum für neue, skalierbare Monetarisierungsansätze. Besonders spannend sieht Levie die Chancen für Startups, die nicht mit etablierten Prozessen belastet sind. Während große Unternehmen versuchen, KI-Agenten in bestehende Systeme zu integrieren, können junge Unternehmen von Grund auf agent-first-orientierte Lösungen entwickeln. Diese haben den Vorteil, keine Umstellungsprozesse durchlaufen zu müssen und können stattdessen ganz neue, effiziente Arbeitsweisen gestalten. Levie sieht darin eine einmalige Gelegenheit: „Wir befinden uns gerade in einem Fenster, das wir seit etwa 15 Jahren nicht mehr hatten – eine vollständige Plattformverschiebung in der Technologie, die neue Unternehmen entstehen lässt.“ Er fordert Gründer auf, diese Entwicklung voll auszunutzen und sich nicht an den alten Paradigmen festzuhalten. Industrieexperten unterstützen Levies Einschätzung: Die Integration von KI-Agenten in Unternehmenssoftware ist kein Zukunftsszenario mehr, sondern bereits im Gange. Unternehmen wie Salesforce, Microsoft und ServiceNow arbeiten bereits an Agenten-Integrationen, doch die echte Innovation dürfte von agilen Startups kommen, die ohne Legacy-Systeme agieren können. Box selbst positioniert sich als Plattform für sichere, kontrollierte KI-Nutzung in Unternehmen und fördert eine Hybridarchitektur, die Sicherheit mit Effizienz verbindet. Die Zukunft des Enterprise-SaaS liegt laut Levie nicht in der Konkurrenz zwischen Mensch und Maschine, sondern in ihrer harmonischen Kooperation.

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