HyperAIHyperAI

Command Palette

Search for a command to run...

Erste Online-App wählt beste KI-Modelle für individuelle Organe aus

Ein internationales Team um Dr. Andrea Moglia von der Abteilung für Elektronik, Information und Bioingenieurwesen am Politecnico di Milano hat die erste online zugängliche Anwendung entwickelt, die Ärzten und medizinischen Fachkräften hilft, den besten künstlichen Intelligenz-Modell für die Erstellung präziser 3D-Bilder einzelner Organe auszuwählen. Die Plattform, die auf einer Studie in Information Fusion (2026) basiert, adressiert ein zentrales Problem in der medizinischen Bildverarbeitung: die oft zeitaufwändige und fehleranfällige Auswahl geeigneter AI-Modelle für die Segmentierung von Organen, Läsionen oder Frakturen. Durch die Integration von Daten aus zahlreichen öffentlich verfügbaren Datensätzen kann die App auf Knopfdruck alle getesteten Modelle für ein bestimmtes Organ oder anatomisches Gebiet wie Brustkorb, Hals oder Bauch präsentieren. Benutzer können die Modelle nach Effektivität, Datensatzgröße oder spezifischen Anforderungen – wie der Erkennung von Tumoren, Schlaganfall- oder Ischämie-Veränderungen – sortieren. Besonders innovativ ist die Möglichkeit, auch einzelne Strukturen wie einzelne Wirbel oder Herzkammern zu wählen. Die App unterscheidet zwischen generalistischen Modellen, die auf riesigen, vielfältigen medizinischen Bilddaten trainiert wurden, und spezialisierten Modellen, die für ein bestimmtes Organ optimiert sind. Überraschend zeigt die Studie, dass generalistische Modelle in vielen Fällen die Leistung spezialisierter Ansätze erreichen oder sogar übertreffen – ein Paradigmenwechsel für die klinische Anwendung von KI. Dies ermöglicht Krankenhäusern, strategisch zu planen, welche Modelle aufgrund der jährlichen Operationszahlen pro Organbereich am sinnvollsten einzusetzen sind. Die Segmentierung, also die automatische Markierung von Strukturen in 2D-Bildern aus CT- oder MRT-Aufnahmen, wird durch KI deutlich beschleunigt und reduziert menschliche Fehler und subjektive Bias. Die Entwicklung wurde von Pietro Cerveri, Luca Mainardi und Matteo Leccardi aus dem gleichen Institut maßgeblich mitgetragen. Die App ist kostenlos und benutzerfreundlich, wodurch sie für Radiologen, Chirurgen, Techniker und Forscher gleichermaßen zugänglich ist. Industrieexperten sehen in der Anwendung einen Meilenstein für die klinische KI-Integration. „Diese Plattform löst ein zentrales Hindernis: die Entscheidungsfindung bei der Modellwahl“, sagt ein unabhängiger Experte für medizinische KI. „Sie verbindet wissenschaftliche Transparenz mit praktischer Anwendbarkeit.“ Das Politecnico di Milano positioniert sich damit als führendes Zentrum für KI in der medizinischen Bildanalyse. Die Technologie könnte künftig nicht nur die Diagnostik, sondern auch die Planung von Operationen und personalisierten Therapien erheblich verbessern.

Verwandte Links