Google integriert Vibe-Coding-Tool Opal in Gemini
Google hat seinen KI-gestützten App-Entwicklungs-Tool Opal nun direkt in die Gemini-Webanwendung integriert. Ab sofort können Nutzer über den „Gems-Manager“ in der Gemini-Oberfläche Opal nutzen, um benutzerdefinierte Mini-Apps – sogenannte „Gems“ – zu erstellen. Diese spezialisierten Versionen von Gemini, die 2024 vorgestellt wurden, dienen spezifischen Aufgaben wie Lernberatung, Brainstorming, Karriereberatung, Code-Unterstützung oder Textbearbeitung. Mit der neuen Integration erweitert Google die Möglichkeiten von Opal, das ursprünglich als „vibe-coding“-Tool entwickelt wurde, um durch natürliche Sprache beschriebene Anwendungen automatisch zu generieren. Die Funktionsweise basiert auf einer visuellen Editor-Oberfläche, die den Erstellungsprozess in klare Schritte unterteilt. Nutzer geben einfach ihre Vorstellung einer App in natürlicher Sprache ein, und Opal nutzt verschiedene Gemini-Modelle, um die Anwendung zu entwerfen. Die Schritte können per Drag-and-Drop neu angeordnet und miteinander verknüpft werden – ohne dass Code geschrieben werden muss. Ein neues Feature in der Gemini-Oberfläche wandelt zudem die Eingabeprompts automatisch in eine strukturierte Schritt-für-Schritt-Anleitung um, was den Entwicklungsprozess transparenter und zugänglicher macht. Für fortgeschrittene Anpassungen steht eine erweiterte Version, der „Advanced Editor“ auf opal.google.com, zur Verfügung. Dort können Nutzer tiefere Anpassungen vornehmen, bevor sie ihre Mini-App speichern und wiederverwenden. Die so erstellten Gems sind als wiederverwendbare, personalisierte KI-Tools nutzbar – etwa für tägliche Aufgaben, Projekte oder kreative Prozesse. Die Entwicklung spiegelt die wachsende Beliebtheit von KI-gestützter App-Entwicklung wider, die in den letzten Jahren rasant an Fahrt aufgenommen hat. Startups wie Lovable, Cursor und Wabi, aber auch große KI-Plattformen wie Anthropic und OpenAI, bieten vergleichbare Tools an. Google positioniert Opal nun als zentrales Element in seiner KI-Ökonomie, indem es die kreative und technische Kreativität der Nutzer durch einfache, visuelle Werkzeuge fördert. Industrieanalysten sehen in der Integration von Opal in Gemini eine strategische Erweiterung der KI-Plattform, die die Barriere für die App-Entwicklung weiter senkt. „Vibe-coding“ wird zunehmend zum Standard für nicht-technische Nutzer, die schnelle, funktionale Anwendungen ohne Programmierkenntnisse erstellen wollen. Google stärkt damit nicht nur die Nutzerbindung an Gemini, sondern positioniert sich als Vorreiter in der visuellen, KI-gestützten Softwareentwicklung. Die Verfügbarkeit von Opal über gemini.google.com macht die Technologie für eine breite Nutzergruppe zugänglich und könnte die Art und Weise, wie Apps entstehen, nachhaltig verändern.
