Siemens präsentiert AI-Technologien für die industrielle Transformation auf der CES 2026
Bei der CES 2026 präsentierte Siemens eine umfassende Strategie zur Beschleunigung der industriellen KI-Revolution. Im Fokus stand die Integration von KI in sämtliche Phasen der Wertschöpfung – von der Produktentwicklung über die Fertigung bis hin zu Betrieb und Wartung. Roland Busch, CEO von Siemens AG, betonte, dass KI nunmehr nicht mehr als Zusatzfunktion, sondern als treibende Kraft für die industrielle Transformation gilt, die vergleichbar mit der Einführung der Elektrizität sei. Siemens setzt dabei auf KI-native Lösungen, die über den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Anlagen hinweg integriert sind – von der Gestaltung bis zur Optimierung im Betrieb. Ein zentraler Meilenstein ist die erweiterte Zusammenarbeit mit NVIDIA. Gemeinsam entwickeln die Unternehmen den „Industrial AI Operating System“, der industrielle Prozesse von der Planung bis zur Produktion durch KI beschleunigt und optimiert. Dabei sollen bis 2026 weltweit erste vollständig adaptive, KI-gesteuerte Produktionsstandorte entstehen – zunächst am Siemens-Elektronikwerk in Erlangen. NVIDIA stellt dafür Infrastruktur, Simulationsbibliotheken und KI-Modelle bereit, während Siemens Expertise, Hardware und Software liefert. Ziel sind vier Kernbereiche: KI-native EDA (Electronic Design Automation), KI-gestützte Simulation, adaptive Fertigung und intelligente Lieferketten. Ein zentrales Produkt ist die Digital Twin Composer, die Mitte 2026 auf der Siemens Xcelerator Marketplace verfügbar sein wird. Sie verbindet hochgenaue digitale Zwillinge mit Echtzeitdaten und NVIDIA Omniverse-Bibliotheken, um komplexe physische Systeme in einer virtuellen Umgebung zu simulieren und zu optimieren. PepsiCo nutzt diese Technologie bereits, um Produktionsanlagen und Lager in den USA digital zu replizieren. Durch Simulationen konnten bereits bis zu 90 Prozent möglicher Probleme vor der physischen Umsetzung identifiziert werden – mit einem 20-prozentigen Produktivitätszuwachs und Einsparungen von 10 bis 15 Prozent bei Investitionen. Parallel dazu kündigte Siemens neue KI-Copilots für seine Softwarelösungen an – unter anderem für Teamcenter, Polarion und Opcenter. Diese unterstützen bei der Produktentwicklung, Compliance-Prüfungen und Fertigungsprozessen, reduzieren Fehler und beschleunigen die Markteinführung. Die Copilots sind Teil des umfassenden Portfolios auf der Xcelerator-Plattform, das auch für kleine und mittlere Unternehmen zugänglich ist. In der Life Sciences integriert Siemens die Plattform Luma von Dotmatics, um Forschungsdaten zu bündeln und KI-gestützte Arzneimittelentwicklung zu beschleunigen. In der Energiebranche unterstützt Siemens Commonwealth Fusion Systems bei der Entwicklung kommerzieller Fusionsreaktoren. In der Fertigung arbeitet Siemens mit Meta an KI-Brillen für Arbeiter, die per Sprache und visueller Anleitung auf dem Werkboden unterstützen. Zusätzlich präsentierte Siemens interaktive Erlebnisse wie die eXplore-Tour in einem 18-Radler, ein autonomes Fahrzeug-Testfeld in der West Hall und eine Livestream-Studio-Plattform mit AWS. Die Keynote ist online verfügbar. Bewertung und Hintergrund: Industrielle KI ist nach Ansicht von Experten der entscheidende Faktor für Wettbewerbsfähigkeit in der digitalen Ära. Siemens positioniert sich mit seiner KI-Strategie als führender Anbieter von integrierten, anwendungsorientierten Lösungen. Die Partnerschaft mit NVIDIA und Microsoft unterstreicht die strategische Bedeutung von Open-Stack-Plattformen und Cross-Industry-Kooperationen. Die Einführung von KI-Copilots und digitalen Zwillingen zeigt, dass Siemens nicht nur Technologie, sondern auch Prozess- und Kulturwandel fördert. Mit über 318.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 78,9 Milliarden Euro (2025) ist Siemens ein globaler Technologiekonzern, der mit Fokus auf Nachhaltigkeit, Digitalisierung und industrieller Transformation agiert. Die CES-Präsentation markiert einen Meilenstein in der Verbindung von physischer und digitaler Welt.
