Nadella stärkt AI-Strategie mit neuer Führungsetage
Microsofts umfassende Neuausrichtung im Zeichen der künstlichen Intelligenz wird maßgeblich von einem engen Kreis von 16 Exekutiven getragen, die direkt an CEO Satya Nadella berichten. Ein durchgesickertes Organigramm offenbart, wie Nadella in den vergangenen Jahren die Führungsspitze neu strukturiert hat, um in der globalen AI-Rennbahn wettbewerbsfähig zu bleiben. Zentrale Figuren sind Brad Smith, der als Vizepräsident und Präsident für Unternehmensangelegenheiten, externe und rechtliche Belange (CELA) die politische und regulatorische Strategie prägt – besonders wichtig im Spannungsfeld von Datenschutz, Cybersecurity und geopolitischer Risikolage. Sein diplomatischer Umgang mit Behörden und der Öffentlichkeit hat Microsoft in kritischen Phasen entlastet, etwa bei Kontroversen rund um Regierungsverträge. Als technischer Leitfaden fungiert Kevin Scott, CTO und Exekutivvizepräsident für KI und Forschung. Seit seiner Beförderung 2017 hat er die AI-Strategie maßgeblich geprägt, darunter die entscheidende Partnerschaft mit OpenAI. Sein Einfluss reicht von der langfristigen Technologieplanung bis hin zur Entwicklung von KI-Infrastruktur. Parallel dazu wurde Judson Althoff, bisher Sales-Chef, zum CEO des kommerziellen Geschäfts befördert, wodurch er eine integrierte Einheit aus Vertrieb, Marketing und Operations leitet. Dieser Schritt soll die technischen Führungskräfte entlasten, damit sie sich stärker auf KI-Entwicklung, Rechenzentrums-Ausbau und Systemarchitektur konzentrieren können. Carolina Dybeck Happe, neu eingestellte Chief Operations Officer, übernimmt eine Schlüsselrolle bei der Beschleunigung der KI-Transformation, berichtet aber weiterhin direkt an Nadella. Amy Hood, CFO, ist entscheidend für die Finanzierung der multibillionenschweren KI-Infrastruktur – mit einem Rekordinvestitionsvolumen von 34,9 Milliarden US-Dollar im letzten Quartal. Scott Guthrie führt das Cloud + AI-Unternehmen, das Azure und die zentrale KI-Plattform umfasst. Er wurde kürzlich mit einem neuen Berater für die „neue Ökonomie der KI“ ausgestattet, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Weitere Schlüsselpositionen: Rajesh Jha leitet Experiences & Devices (Office, Windows, Teams), während Jay Parikh das neue CoreAI-Team führt, das digitale Assistenten und die Weiterentwicklung von GitHub steuert. Mustafa Suleyman, ehemaliger DeepMind- und Inflection-CEO, leitet die KI-Verbraucherprodukte wie Copilot und Bing und hat eine „Superintelligenz“-Forschungsgruppe aufgebaut. Charlie Bell, ehemaliger AWS-Cofounder, ist für die neu geschaffene 20-Milliarden-Dollar-Sicherheitsorganisation verantwortlich, die nun zur obersten Priorität wurde. Jason Zander übernimmt die neu geschaffene Plattform „Microsoft Discovery“ für AI-Agenten, während Ryan Roslansky über LinkedIn und Microsoft 365 hinaus auch Office-Produkte steuert. Phil Spencer bleibt als Gaming-Chef direkt bei Nadella – ein Zeichen für die strategische Bedeutung von Xbox und Activision Blizzard. Die Neuausrichtung zeigt, dass Microsoft nicht nur technologisch, sondern auch organisatorisch auf eine KI-geprägte Zukunft vorbereitet ist. Branchenexperten sehen in dieser Struktur eine klare Antwort auf die Herausforderungen von Google, Amazon und OpenAI. Die Kombination aus tiefem technischem Know-how, strategischem Fokus und agiler Führung wird als entscheidend für den langfristigen Erfolg angesehen. Die Beförderung von Exekutiven mit internationaler Erfahrung – wie Parikh (Meta) oder Suleyman (DeepMind) – unterstreicht die globale Ausrichtung. Microsoft positioniert sich damit nicht nur als KI-Technologie-Lieferant, sondern als Plattform- und Ökosystem-Bauer für die nächste digitale Ära.
