UK-Regierung investiert 130 Mio. US-Dollar in AI-Hardware-Startups
Das britische Regierung wird in einer umfassenden Initiative rund 130 Millionen US-Dollar in die Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI) investieren, um den nationalen KI-Sektor zu stärken. Zentrales Element des Programms ist ein innovativer Ansatz: Die Regierung wird garantierte Zahlungen an britische Start-ups gewähren, die in die Entwicklung von KI-Hardware investieren. Ziel ist es, die Innovationskraft des Landes zu fördern, die Abhängigkeit von ausländischen Technologien zu verringern und die britische Position als führender Akteur in der KI-Technologie zu festigen. Die Initiative richtet sich speziell an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die in Bereiche wie KI-Chips, dedizierte Beschleuniger und energieeffiziente Rechenarchitekturen investieren. Durch die Garantie von Zahlungen über einen festgelegten Zeitraum sollen Risiken für Investoren reduziert und die Attraktivität von KI-Start-ups für private Kapitalgeber erhöht werden. Die Zahlungen werden nicht als Subventionen im klassischen Sinne vergeben, sondern als vertragliche Verpflichtungen, die sich an der Entwicklung und Marktreife der Hardware orientieren. Die Maßnahme ist Teil eines breiteren Wirtschaftsprogramms, das die britische Regierung im Rahmen ihrer „Future of AI“-Strategie vorangetrieben hat. Sie folgt auf wachsende Besorgnis über die globale Dominanz von US- und asiatischen Tech-Riesen im Bereich KI-Hardware – insbesondere bei Grafikprozessoren (GPUs) und spezialisierten AI-Chips. Durch die Unterstützung lokaler Unternehmen will Großbritannien eine eigenständige KI-Infrastruktur aufbauen, die auch für öffentliche Institutionen, die Gesundheitsversorgung und die Industrie nutzbar ist. Die Regierung betont, dass die Initiative nicht nur technologische Unabhängigkeit fördern, sondern auch Arbeitsplätze schaffen soll. Experten schätzen, dass die Investitionen bis zu 10.000 neue hochqualifizierte Jobs im Bereich Ingenieurwesen, Forschung und Entwicklung generieren könnten. Zudem soll die Initiative den Zugang zu globalen Lieferketten verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit britischer Unternehmen auf internationalen Märkten stärken. Industrieexperten begrüßen die Initiative als strategisch wichtig, sehen aber auch Herausforderungen. „Das Modell der garantierten Zahlungen ist innovativ und könnte ein Vorbild für andere Länder werden“, sagt Dr. Emily Carter, KI-Experte am Royal Institute of Technology. „Allerdings hängt der Erfolg entscheidend davon ab, wie gut die Auswahl der geförderten Projekte erfolgt und ob die Technologien tatsächlich marktreif werden.“ Unternehmen wie Graphcore, ein britischer Hersteller von KI-Chips, und DeepMind (eine Tochter von Alphabet) haben bereits positive Reaktionen geäußert. Graphcore betont, dass die Unterstützung für Hardware-Start-ups entscheidend sei, da diese oft Schwierigkeiten haben, die hohen Entwicklungskosten zu bewältigen. DeepMind sieht in der Initiative eine Chance, die britische KI-Ökonomie zu stärken und gleichzeitig ethische Standards in der Technologieentwicklung zu fördern. Die Umsetzung des Programms beginnt im laufenden Jahr und wird über mehrere Jahre hinweg koordiniert. Die Regierung plant, eine eigene KI-Technologieagentur einzurichten, die die Förderung koordiniert, Projekte überwacht und sicherstellt, dass die Mittel effizient eingesetzt werden. Die Initiative steht im Kontext weiterer Maßnahmen wie der Einführung von KI-Regulierungsrahmen und der Förderung von KI-Ausbildung an Universitäten. Insgesamt markiert die Investition einen Paradigmenwechsel in der britischen Technologiepolitik: von reinen Forschungsförderungen hin zu gezielten, marktorientierten Maßnahmen, die die kommerzielle Umsetzung von KI-Technologien beschleunigen sollen. Wenn die Strategie erfolgreich ist, könnte Großbritannien nicht nur eine führende Rolle in der KI-Hardware-Entwicklung übernehmen, sondern auch eine globale Vorbildfunktion für andere Länder mit ambitionierten KI-Strategien übernehmen.
