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KI-Analyse von Mini-Kamera-Bildern erkennt Herzinfarktrisiko früh

Ein neuartiges Verfahren, das eine Mini-Kamera mit künstlicher Intelligenz (KI) kombiniert, kann künftig präzise vorhersagen, ob Patienten nach einem Herzinfarkt erneut betroffen sind. Die Forscher des Radboud university medical center (Radboudumc) entwickelten ein System, das optische Kohärenztomographie (OCT)-Bilder aus den Koronararterien analysiert – eine Methode, die bisher aufgrund ihrer Komplexität nur in Speziallaboren nutzbar war. In einer Studie mit 438 Patienten zeigte sich, dass die KI die Erkennung von gefährlichen Plaques in den Arterienwänden ebenso zuverlässig wie die international anerkannten Speziallabore erledigt und zudem die Vorhersage von erneuten Infarkten oder Todesfällen innerhalb von zwei Jahren signifikant genauer trifft. Die Ergebnisse wurden im European Heart Journal veröffentlicht. Ein Herzinfarkt entsteht, wenn eine Koronararterie durch einen Blutgerinnsel verlegt wird – oft als Folge von Arteriosklerose, die die Blutbahn verengt und das Herz mit Sauerstoff unterversorgt. Die gängige Behandlung ist die Ballonangioplastie mit Stent-Implantation, die jährlich in den Niederlanden etwa 40.000 Mal durchgeführt wird. Trotz dieser Behandlung erleiden etwa 15 Prozent der Patienten innerhalb von zwei Jahren erneut einen Infarkt. Die neue Methode zielt darauf ab, kritische Schwachstellen in den Arterien frühzeitig zu identifizieren, um gezielte Präventionsmaßnahmen wie individualisierte Medikamente oder vorbeugende Stents einzusetzen. Die Mini-Kamera, die über den Arm in die Blutbahn eingeführt wird, nutzt Near-Infrared-Licht, um die Arterienwände mit mikroskopischer Auflösung abzubilden. Bisher wurde OCT hauptsächlich zur Orientierung während der Stent-Plazierung eingesetzt. Die neue Studie zeigt jedoch, dass die Technik mit KI-Analyse das Potenzial hat, gesamte Koronararterien zu kartieren – eine Aufgabe, die für menschliche Ärzte aufgrund der hohen Anzahl an Bildern (hunderte pro Eingriff) praktisch unmöglich ist. „Die manuelle Auswertung ist zu zeitaufwendig und kostspielig, um routinemäßig in der Klinik anwendbar zu sein“, sagt Technische Ärztin Jos Thannhauser. „Nur wenige Speziallabore können die Bilder vollständig bewerten.“ Daher entwickelte das Team eine KI, die alle OCT-Bilder schnell und zuverlässig analysiert. Die KI kann bereits während der Stent-Implantation unterstützen und ist nun ein entscheidender Schritt hin zu einer umfassenden Risikobewertung der gesamten Koronararterien. Thannhauser, Leiter des CARA-Lab (Cardiology lab with Abbott, Radboudumc und Amsterdam UMC), betont, dass die klinische Einführung noch mehrere Jahre dauern wird. Doch die Perspektive ist vielversprechend: Mit dieser Technologie könnten künftig präventive Maßnahmen gezielt und effektiver eingesetzt werden. Branchenexperten sehen in der Kombination aus OCT und KI eine bahnbrechende Entwicklung. „Dies ist ein Meilenstein für die präventive Kardiologie“, sagt ein unabhängiger Kardiologe. „Die Fähigkeit, schwache Stellen in den Arterien zu erkennen, bevor sie zu einem Infarkt führen, könnte die Sterblichkeitsrate erheblich senken.“ Die Forschung steht an der Schwelle zu einer neuen Ära der personalisierten Herzmedizin, in der Technologie und KI gemeinsam die Lebensqualität und Überlebensrate von Herzpatienten verbessern.

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