Aktien fallen weiter bei Sorge um AI und Zinsen
Wall Street verlor am Freitag erneut an Boden, wobei die Aktienmärkte für den zweiten Tag in Folge nachgaben, da Anleger Sorge um die Gesundheit des Technologiesteckes und die Aussichten auf eine Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed im Dezember trugen. Der S&P 500 gab in der frühen Handelsphase 32 Punkte, also 0,5 %, nach, der Dow Jones Industrial Average verlor 467 Punkte (1 %), während der technologieintensive Nasdaq Composite um 0,7 % sank. Der schwache Start folgte auf einen der schlechtesten Tage seit April am Donnerstag. Globale Märkte reagierten ähnlich negativ: In Europa fiel der britische FTSE 100 um mehr als 1,1 %, der deutsche DAX verlor 0,7 %, und der französische CAC 40 sank um 0,4 %. Ein zentrales Thema der Sorge ist die volatilität bei AI-aktien. Analyst Adam Crisafulli von Vital Knowledge erklärte, dass emotionale Reaktionen auf die instabile Kursentwicklung prominenter KI-Unternehmen die Stimmung trübten, obwohl die fundamentalen Aussichten im Sektor weiterhin stark seien. „Es gibt viel Emotion bei KI, und die Anleger werden nervös durch die unruhige Preisentwicklung, aber die tatsächlichen Fundamentaldaten der Branche bleiben sehr robust“, betonte er. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit bezüglich einer weiteren Zinssenkung durch die Fed im Dezember. Obwohl die Zentralbank in September und Oktober bereits gesenkt hatte, haben einige Entscheidungsträger Zweifel geäußert, ob eine weitere Senkung notwendig oder sinnvoll sei. Fed-Chef Jerome Powell hatte bereits im November betont, dass eine weitere Senkung „kein Selbstläufer“ sei. Die Marktteilnehmer bewerten die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Dezember aktuell bei 53 %, wie die CME FedWatch-Daten zeigen. Diese Unsicherheit verstärkt die Vorsicht unter Investoren, die zunehmend zwischen den positiven Perspektiven der KI-Revolution und den Risiken einer möglichen Zinserhöhung oder stagnierenden Wirtschaftsentwicklung abwägen müssen. Die Entwicklung unterstreicht die Herausforderung für die Fed, die Inflation unter Kontrolle zu halten, ohne die Wirtschaft zu überhitzen – besonders in einem Umfeld, in dem Technologieunternehmen einen maßgeblichen Einfluss auf den Markt haben. Industrieexperten sehen die aktuelle Korrektur als vorübergehende Reaktion auf Überhitzung und emotionale Marktbewegungen, nicht als Zeichen einer tiefgreifenden Krise. Die KI-Industrie bleibt langfristig von hoher Bedeutung, und die fundamentale Innovationskraft bleibt unangetastet. Dennoch bleibt die Zinssituation entscheidend: Eine spätere oder fehlende Senkung könnte die Bewertungen von Wachstumsaktien weiter belasten. Die entscheidende Beobachtung liegt nun auf den Fed-Sitzungen vom 9. bis 10. Dezember, wo Klarheit über die zukünftige Zinsrichtung erwartet wird.
