Meta setzt 2026 auf agentebasierten AI-Handel und neue Modelle
Mark Zuckerberg hat auf einer Anlegerkonferenz erneut die Ambitionen von Meta im Bereich künstlicher Intelligenz unterstrichen und einen umfassenden AI- und Commerce-Relaunch für 2025/2026 angekündigt. Laut Zuckerberg wurde 2025 die Grundlage des AI-Programms neu aufgebaut, wobei das Unternehmen seine künstliche Intelligenz-Labore neu strukturiert und intensiv in Infrastruktur investiert hat. In den kommenden Monaten sollen erste neue Modelle und Produkte auf den Markt kommen, die kontinuierlich die Grenzen der KI-Entwicklung erweitern sollen. Besonderes Augenmerk legt Meta auf agentegetriebene Handelslösungen, die Nutzern helfen sollen, personalisierte Produktvorschläge aus dem umfangreichen Geschäftsangebot der Plattform zu finden. Diese „agentic shopping tools“ sollen nicht nur die Suchfunktion verbessern, sondern auch den gesamten Einkaufsprozess durch intelligente, kontextbewusste Entscheidungsunterstützung vereinfachen. Das Konzept spiegelt eine breite Trendwende in der Branche wider: Google, OpenAI und andere Tech-Riesen entwickeln bereits Agenten-Plattformen für automatisierte Transaktionen, wobei Unternehmen wie Stripe und Uber bereits als Partner mitwirken. Meta setzt dabei auf einen entscheidenden Vorteil: den Zugriff auf umfangreiche persönliche Daten aus Nutzerinteraktionen, Inhalten, Beziehungen und Verhaltensmustern. „Ein Großteil des Wertes von Agenten liegt in der Fähigkeit, persönlichen Kontext zu verstehen“, betonte Zuckerberg. „Wir glauben, dass Meta eine einzigartig persönliche Erfahrung bieten kann.“ Im Dezember 2023 übernahm Meta den KI-Entwickler Manus, einen Anbieter für allgemeine Agenten-Technologie, und kündigte an, den Service weiterzuvermarkten und in eigene Produkte zu integrieren. Diese strategische Akquisition unterstreicht das Bekenntnis zu agierenden KI-Systemen, die nicht nur Informationen liefern, sondern auch aktiv handeln können – etwa Einkäufe tätigen oder Termine buchen. Parallel dazu kündigte Meta eine massive Steigerung der Kapitalausgaben an: Für 2026 rechnet das Unternehmen mit Ausgaben zwischen 115 und 135 Milliarden US-Dollar – deutlich mehr als die 72 Milliarden im Vorjahr. Diese Investitionen sollen vor allem den Aufbau des „Meta Superintelligence Labs“ und die Kerninfrastruktur für die Zukunft sichern. Obwohl diese Summe deutlich unter dem von Zuckerberg im Gespräch genannten Ziel von 600 Milliarden Dollar bis 2028 liegt, signalisiert sie ein klares Bekenntnis zu einer langfristigen KI-Strategie. Kritik an der fehlenden Transparenz bezüglich der Rentabilität dieser Investitionen bleibt bestehen. Doch Zuckerberg betonte, dass 2025 ein entscheidendes Jahr für die Vermarktung von „personaler Superintelligenz“ sei – mit Auswirkungen auf Geschäftsmodelle, Produktentwicklung und die interne Arbeitsweise des Unternehmens. Industrieanalysten sehen in der Kombination aus persönlichen Daten, agenter Technologie und massiver Infrastrukturinvestition einen potenziellen Wettbewerbsvorteil für Meta. Experten erwarten, dass die neuen Tools die Nutzerbindung erhöhen und neue Einnahmequellen im E-Commerce schaffen könnten. Die Erfolgschancen hängen jedoch entscheidend davon ab, wie gut Meta Datenschutz und Nutzervertrauen gewährleistet. Meta, ein Unternehmen mit über 3,5 Milliarden Nutzern auf Facebook, Instagram und WhatsApp, verfügt über ein einzigartiges Datenvolumen – doch die Umsetzung dieser Daten in vertrauenswürdige, nutzerzentrierte KI-Lösungen bleibt eine der größten Herausforderungen im Jahr 2025.
