CEO zeigt vier Wege für effektiven AI-Einsatz in Unternehmen
Mona Mourshed, CEO von Generation – einem von McKinsey gegründeten globalen Nonprofit-Unternehmen für Beschäftigung, das in 17 Ländern tätig ist und mehr als 140.000 Menschen bei der Jobsuche unterstützt – warnt vor einer unstrukturierten Einführung von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Laut ihrer Analyse setzen die meisten Unternehmen AI-Tools ohne klare Strategie ein, oft lediglich durch die Bereitstellung von Lizenzen, ohne dass Mitarbeiter verstehen, warum oder wie sie die Technologie sinnvoll nutzen sollen. Eine Generation-Studie aus Anfang 2025 mit über 5.000 Befragten aus 17 Ländern zeigt: 65 % der Befragten nutzen bereits AI im Beruf, fast 80 % mindestens wöchentlich – doch 52 % haben sich die Nutzung selbst beigebracht, über Tutorials oder Kollegen, nicht über formale Unternehmensanleitungen. Mourshed gibt vier konkrete Empfehlungen für Führungskräfte, um AI effektiv einzusetzen. Erstens: Beginnen Sie mit der Problemstellung, nicht mit dem Tool. Statt nach „schönen“ KI-Tools zu suchen, sollten Unternehmen zuerst ihre größten Herausforderungen identifizieren – bei Generation etwa die Beschleunigung der Jobvermittlung. Erst dann wird klar, wo AI tatsächlich Mehrwert schafft. Zweitens: Setzen Sie klare Rahmenbedingungen. KI funktioniert nur, wenn sie präzise Workflows und kontrollierte Daten erhält. Dabei gilt es, sensible Informationen wie Geschlecht oder ethnische Herkunft zu vermeiden, um Bias zu minimieren. Drittens: Ermächtigen Sie interne AI-Experten und schaffen Sie sichere Austauschräume. Mourshed fördert bei Generation sogenannte „AI-Roundtables“ – virtuelle, informelle Treffen, in denen Mitarbeiter ihre Erfahrungen teilen, wie in einem Kaffee-Chat. Diese „Power Users“ sind die besten Mentoren für Kollegen. Viertens: Sehen Sie KI als Talentverstärker, nicht als Ersatz. Obwohl in AI-exponierten Berufen, insbesondere im Einsteigersegment, bereits Rückgänge bei Stellenangeboten sichtbar sind – auch in mittelständischen Ländern –, betont Mourshed, dass Technologie historisch gesehen stets neue Arbeitsplätze schafft. KI verändert bereits Prozesse in Bereichen wie Qualitätskontrolle bei Solarmodulen oder Textilinspektion. Der entscheidende Punkt: Unternehmen dürfen nicht untätig bleiben. „Dies ist eine Zeit des intensiven Lernens“, sagt Mourshed. Führungskräfte müssen aktiv lernen, aus Erfahrungen anderer lernen, interne Pioniere identifizieren und bewährte Praktiken verbreiten. Nur so werden Unternehmen die Vorteile der KI realisieren – und nicht hinterherhinken. In der Branche wird Moursheds Ansatz als pragmatisch und zukunftsgerichtet bewertet. Experten betonen, dass ihre Fokussierung auf Prozess- und Kulturveränderung über reine Technik-Implementierung hinausgeht. Generation, gegründet 2015 und mit Sitz in New York, gilt als führendes Modell für skalierbare, technologiebasierte Arbeitsmarktpolitik. Die Organisation arbeitet eng mit Unternehmen, Regierungen und Bildungsträgern zusammen, um die Berufseingangsprozesse zu optimieren. Moursheds Hintergrund bei McKinsey verleiht ihren Empfehlungen zusätzliche Glaubwürdigkeit, da sie aus einer Praxisperspektive spricht, die sowohl strategische Tiefe als auch operative Umsetzbarkeit verbindet.
