Jensen Huangs Führungslern aus seiner Mutter
Jensen Huang, CEO von Nvidia, hat in einem Gespräch mit der Cambridge Union ein tiefgreifendes Führungserlebnis aus seiner Kindheit offenbart, das bis heute seine Führungskultur prägt. Obwohl seine Mutter, die nur Taiwanisches Hokkien sprach und kein Englisch konnte, ihm die Sprache beibrachte, machte sie das mit einer einfachen Methode: mit einem Stück Papier und einem Wörterbuch. „Meine Mutter hat mir Englisch beigebracht, und sie spricht kein Englisch“, sagte Huang. Diese Paradoxie, dass jemand, der selbst die Sprache nicht beherrscht, einem das Lernen ermöglicht, hat ihm gezeigt, dass Hindernisse keine Grenzen sind. „Das sagt eigentlich alles“, fügte er hinzu. Diese Haltung – das Vertrauen, dass man selbst dann etwas erreichen kann, wenn man die Voraussetzungen nicht hat – prägt bis heute seine Führung bei Nvidia. Huang, der in Taiwan geboren wurde und mit neun Jahren mit seinem Bruder in die USA zog, erinnert sich, wie seine Mutter die Familie auf die neue Welt vorbereitete, indem sie ihnen die englische Sprache beibrachte, obwohl sie selbst keine Kenntnisse hatte. Diese Erfahrung prägte sein Denken: „Ich gehe fast alles von der Perspektive aus: Wie schwer kann es denn sein?“ Diese Haltung, die Neugier und die Bereitschaft, Dinge zu versuchen, auch wenn man nicht alles versteht, ist zentral für die Innovationskultur bei Nvidia. Die Firma, die 1993 gegründet wurde und 1999 an die Börse ging, erreichte kürzlich eine Marktkapitalisierung von 5 Billionen US-Dollar, getrieben von der KI-Revolution. Huang betont, dass der Erfolg nicht allein von genialen Ideen, sondern von Beharrlichkeit kommt. Er spricht von der Bedeutung, „im Spiel zu bleiben“ – ob als erster CEO, bei der Geldbeschaffung oder beim Schreiben eines Geschäftsplans, das er zuvor nie gemacht hatte. „Dass ich nicht aufgegeben und nicht gefeuert wurde, war der entscheidende Faktor“, sagt er. Sein Führungsstil ist charakterisiert durch offene Kommunikation, direkte Beteiligung und bis zu 36 direkte Berichtslinien, was eine außergewöhnlich engagierte Managementphilosophie widerspiegelt. Auch andere Tech-Gründer wie Pavel Durov (Telegram) und Tony Xu (DoorDash) verweisen auf die prägende Rolle ihrer Eltern. Durov sieht in der harten Arbeit seines Vaters Vorbild, während Xu die unermüdliche Hingabe seiner Eltern, die aus China kamen und mehrere Jobs gleichzeitig machten, als Motivation für sein eigenes Engagement sieht. Gemeinsam zeigen diese Geschichten, dass die stärksten Führungskräfte oft nicht nur durch Talent, sondern durch die Werte der Familie geformt werden – eine Lektion, die über Grenzen und Generationen hinweg wirkt. Industrieexperten sehen in Huangs Geschichte ein Paradebeispiel dafür, wie emotionale Intelligenz und familiäre Werte die Innovationskraft von Tech-Unternehmen stärken können. Seine Fähigkeit, mit Bescheidenheit und Neugier zu führen, trage maßgeblich zu Nvidia’s kultureller Stärke bei. Die Firma, die ursprünglich für Grafikchips bekannt war, hat sich zu einem zentralen Akteur in der KI-Revolution entwickelt – ein Erfolg, der nicht nur technologisch, sondern auch menschlich fundiert ist.
