Künstliche Intelligenz verändert Markenentdeckung und Kundenerlebnis
Künstliche Intelligenz verändert grundlegend, wie Verbraucher Marken entdecken – und erhöht die Anforderungen an digitale Erlebnisse und Kundenbindung. Laut dem Contentsquare 2026 Digital Experience Benchmarks-Bericht, der auf über 99 Milliarden Sitzungen basiert, verschob sich die Markenentdeckung zunehmend in frühere Phasen des Kundenjourneys. AI-Referenzquellen stiegen im vierten Quartal 2025 um 632 %, obwohl sie mit nur 0,2 % des Gesamtverkehrs weiterhin eine kleine Rolle spielen. Dennoch beeinflusst ihre Wirkung bereits etablierte Kanäle: Da AI-Übersichten zunehmend Antworten ohne Klick liefern, sank der organische Suchverkehr um 9 %. Gleichzeitig zeigt sich, dass Besucher, die über KI erreicht werden, eine deutlich höhere Kaufbereitschaft aufweisen – ihre Konversionsrate stieg um 55 % im Jahr verglichen und lag bei 1,3 %. Auch die Absprungrate sank bei KI-getriebenen Quellen um 5 %, was auf eine höhere Intention und bessere Erwartungskongruenz hindeutet. Parallel dazu steigen die Kosten für eine einzelne Besucherin oder einen Besucher: In den letzten drei Jahren stiegen sie um 30 %, zuletzt um 9 % im Jahr verglichen, obwohl die Gesamttraffic-Zahlen um 4 % zurückgingen. In einer Umgebung mit knapper werdender Aufmerksamkeit und verkürzten Aufmerksamkeitsfenstern verlieren Nutzer zunehmend Geduld. Die durchschnittliche Verweildauer sank um 7 %, was die Dringlichkeit von reibungslosen, fehlerfreien Erlebnissen unterstreicht. Doch die Daten zeigen: Selbst kleine Verbesserungen wirken stark. Eine Senkung der „Rage Clicks“ (verzweifelte Klicks auf fehlerhafte Elemente) um nur 1,5 Prozentpunkte führte zu einer zusätzlichen Seite pro Sitzung – ein klares Indiz dafür, dass inkrementelle Optimierungen in der digitalen Erfahrung exponentiell wirken können. Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg liegt in der Interaktion: Mensch-Maschine-Kooperationen in der Kundenkommunikation lösen 57 % der Anfragen, während reine Chatbots nur 29 % erfolgreich bearbeiten. Besonders beeindruckend: Obwohl 64 % der E-Mails mit negativem Ton beginnen, werden Probleme bei positiver Emotionsentwicklung doppelt so oft gelöst (67 % vs. 28 %). Diese „Wendemomente“ sind entscheidend – sie formen nicht nur die Kundenbeziehung, sondern prägen Vertrauen und Loyalität. „Marken operieren heute in einer Welt mit zwei Zielgruppen: Menschen und KI-Agenten“, betont Jean-Christophe Pitié, Chief Marketing and Partnerships Officer bei Contentsquare. „Die KI-Verkehrsteil ist klein, aber ihre Intention ist bereits überproportional stark. Erfolg bedeutet heute, Erlebnislücken, Reibungsverluste und Missmatches so schnell zu erkennen und zu beheben, dass der Kunde sie gar nicht bemerkt.“ Die Studie basiert auf Daten von über 500 Milliarden Seitenaufrufen, 22 Millionen Kundenservice-Gesprächen und 6.500 Websites weltweit, verglichen zwischen Q4 2024 und Q4 2025. Die Benchmarking-Daten gelten für Branchen wie Retail, Telekommunikation, Reisen und Gastgewerbe. Contentsquare, ein führender Anbieter im Bereich digitale Analytik, bietet mit seiner KI-gestützten Plattform tiefgehende Einblicke in Nutzerverhalten, Stimmung und Absicht – über Web, Mobile und Apps hinweg. Mehr als 1,3 Millionen Websites nutzen die Plattform, um ihre digitalen Erlebnisse kontinuierlich zu optimieren. Industrieexperten sehen darin eine neue Ära: KI ist nicht länger nur ein Werkzeug, sondern ein entscheidender Treiber der Markenwahrnehmung. Unternehmen, die proaktiv auf digitale Reibungsverluste reagieren und die Qualität der Interaktionen – auch mit KI – priorisieren, werden künftig die führenden Akteure sein. Die Zukunft der Kundenbindung liegt nicht in lauten Marketingkampagnen, sondern in unauffälliger Perfektion.
