Omnicom kauft IPG: Weltgrößter Werbeholding mit AI und 4000 Stellenstreichungen
Omnicom CEO John Wren hat mit dem Abschluss der 9 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Interpublic Group (IPG) nun die weltweit größte Werbeholdinggesellschaft geführt. Die Fusion, die am Freitag abgeschlossen wurde, vereint kreative und Medienagenturen, Spezialisten für Gesundheitsmarketing und Produktionsstudios unter einem Dach. Ein zentraler Baustein ist die Integration von Acxiom, dem Datenmanagement-Unternehmen von Omnicom, und Omni, der intelligenten Plattform des Konzerns, die durch künstliche Intelligenz (KI) gestärkt wird. Die Synergien sollen mehr als 750 Millionen Dollar an Kostenersparnissen bringen, darunter 4.000 Stellenabbau. Wren betonte, dass die Entlassungen nicht willkürlich seien, sondern auf einer fairen Bewertung von Leistung und Kreativität basierten. Mitarbeiter, die für Kundenwachstum und Innovation verantwortlich sind, seien geschützt. Die Umstrukturierung soll bis Ende Dezember abgeschlossen sein, um Unsicherheiten zu minimieren. Wren sieht in der KI eine entscheidende Triebkraft für die Zukunft der Branche. Omnicom positioniert sich mit einer „plattformbasierten KI-Strategie“, die auf generativer KI und einem einzigartigen Datensatz basiert. Im Gegensatz zu reinen Beratungsunternehmen wie Accenture hebt Omnicom seine kreative IP und die Fähigkeit hervor, Daten in konkrete Markenerlebnisse zu verwandeln. Der Chief Technology Officer Paolo Yuvienco betont, dass Omnicom bereits seit 2022 enge Partnerschaften mit führenden Tech-Unternehmen pflegt und KI-Entwicklungen frühzeitig in die Praxis umsetzt. Die Dateninfrastruktur, insbesondere das identitätsbasierte Netzwerk (connected graph), gilt als die robusteste in der Branche. Mit agenter KI und einem „neuronalen Netzwerk aus Handel, Medien und Kreativität“ will Omnicom schneller als Wettbewerber wie WPP oder Publicis agieren. Die Branche steht vor tiefgreifenden Veränderungen: KI droht, traditionelle Dienstleistungen zu automatisieren, gleichzeitig aber auch neue Geschäftsmodelle ermöglichen – etwa das „Performance-Payment“, bei dem Werbeagenturen nur dann bezahlt werden, wenn Kunden erfolgreich sind. Wren sieht darin den langfristigen Weg hin zu einer engeren Partnerschaft mit Kunden. Die Reaktion der Kunden auf die Fusion war positiv: Sie sehen in Omnicom nun einen umfassenderen, agileren und verlässlicheren Partner für die gesamte Markenreise. Industriebeobachter sehen in der Übernahme ein Zeichen für die Krise der klassischen Werbebranche, doch Wren argumentiert, dass die Integration von Technologie und Kreativität die Branche stärkt. Die Fähigkeit, Daten in KI-gestützte Kreativität zu transformieren, unterscheidet Omnicom klar von reinen Beratungs- oder Tech-Unternehmen. Die strategische Positionierung als „Intelligenzplattform“ mit globaler Reichweite und tiefen Markteinblicken macht Omnicom zu einem unverzichtbaren Akteur in der digitalen Wertschöpfungskette. Die Zukunft der Werbung liegt nicht in der Kostensenkung, sondern in der Wertsteigerung durch KI, Kreativität und datengetriebene Leistung.
